Die neueste Verfilmung eines HASBRO-Spielzeugs befasst sich mit dem vermeintlich todbringenden Ouija-Brett. Horror-Expertin Antje Wessels ist sich sicher: Der große Wurf wird das nicht.
Es war ein mysteriöser Unfall in einem alten Haus, bei dem das Mädchen Debbie (Shelley Hennig) ums Leben kam – und nun versuchen ihre Freunde mit einem Ouija-Brett, das sie im Haus gefunden haben, zu der Gestorbenen Kontakt aufzunehmen. Tatsächlich bewegt sich der Zeiger des Spiels gleich beim ersten Versuch. Aus den Buchstaben ergibt sich die Botschaft „Hi, Freunde“...! Doch ist es wirklich Debbie, die aus dem Jenseits zu ihnen spricht? Immer schrecklichere Dinge ereignen sich, und die Freunde beginnen zu verstehen, dass sie etwas Übernatürliches heraufbeschworen haben, das in ihre Welt eindringen will. Sie können es nur besiegen, indem sie ein zweites Mal das Ouija-Brett befragen... Welche Botschaft hat es diesmal für die Freunde parat?
Schon bei der technischen Gestaltung fängt es an. Vielleicht lässt es sich auf die komplett unterschiedlichen Produktionsstile der beiden Hauptverantwortlichen Michael Bay und Jason Blum zurückführen, dass sich «Ouija – Spiel nicht mit dem Teufel» nicht zwischen geleckt hollywoodtauglich und ob des schmalen Budgets entsprechend einfach gestrickt entscheiden kann. Der bereits in den USA gefloppte Streifen entspricht visuell allenfalls dem Bild einer durchschnittlichen Free-TV-Produktion. Aufwändige Kamerafahrten findet man nur selten und aufgrund der drehbuchbedingt spärlichen Ausleuchtung (wann immer etwas spannendes passiert, fallen urplötzlich alle Lichter aus) lassen sich derartige Faux Pas, zumindest visuell, nur schwer ausgleichen. Allenfalls wehende Vorhänge und andere gruselfilmkonforme Schreckensdetails durchbrechen die Lethargie des ewig gleichen Aufbaus, denn auch ein noch so verwinkeltes Haus entlockt allenfalls dem Horroranfänger noch so etwas wie wohlige Schauer. Zwar hat auch «Ouija» punktuell einige interessante Kniffe zu bieten. Wenn die Freunde nach der ersten Kontaktaufnahme mit dem Geist von unheimlichen Phänomenen heimgesucht werden, haben die Drehbuchautoren Juliet Snowden («Knowing – Die Zukunft endet jetzt») und eben Stiles White durchaus kleine Überraschungen in petto. Der atmosphärische Thrill bleibt davon jedoch weitestgehend unberührt.
Auch wenn die Macher zu Beginn noch ein wenig damit kokettieren, dass Geisterbeschwörungen per se lächerlich sind und das Konzept des Filmes entsprechend ebenfalls, verpasst das Team im entscheidenden Moment den Punkt, an welchem sich das Geschehen und somit auch die Erwartungshaltung des Publikums entsprechend unterwandern ließe. «Ouija – Spiel nicht mit dem Teufel» mündet stattdessen in einen durchschnittlichen Teeniehorrorfilm, der in den Neunzigerjahren besser aufgehoben wäre. Schließlich war in ebenjener Dekade auch die Zuhilfenahme todbringender Videokassetten etwas schier Revolutionäres. Doch während es insbesondere dem US-amerikanischen Remake von «Ringu» hervorragend gelang, eine eigentlich so kuriose Ausgangslage in die Realität zu übertragen, schlägt der Versuch bei «Ouija» vollends fehl. Die Story geht nicht darüber hinaus, den Hauptfiguren eine kurze Verwirrung ob der übernatürlichen Geschehnisse zuzugestehen. Nach kurzer Gewöhnungsphase ist die Auseinandersetzung mit dem buchstäblichen Bösen nahezu alltäglich für sämtliche Charaktere und selbst wenn nach und nach sämtliche Freunde draufgehen, ist das allen Beteiligten bestenfalls ein Schulterzucken wert. Entsprechend wenig Anspruch scheinen die Strippenzieher auch an ihre Akteure zu stellen. Salopp formuliert ist «Ouija» kaum das Karrieresprungbrett für eine anschließende Hollywoodkarriere, auch wenn sich allen voran Olivia Cooke («The Signal») sichtbar Mühe gibt, ihrer Figur so etwas wie ein sichtbares Profil einzuverleiben.

• Annabelle • Battleship • Das dunkle in Dir • Die Frau in Schwarz • Die Zukunft endet jetzt • Erlöse uns von dem Bösen • Hostel • Knowing • Knowing – Die Zukunft endet jetzt • Ouija • Ouija – Spiel nicht mit dem Teufel • Ouija – Spiel nicht mit dem Tod • Possessio • Possession
Manager Creative Productions (m/w/d)
Jungredakteur/Redakteur Casting (w/m/d)
Pflicht/-Orientierungspraktikant Redaktion (w/m/d)
Redakteur (w/m/d) oder Jungredakteur (w/m/d)
Jungredakteur/Redakteur (w/m/d)