Nach zwei Spielfilmen begeben sich Otto Waalkes und seine Comedy-Kollegen nun mitten hinein in ein Animationsabenteuer. In «Der 7bte Zwerg» bekommen es die kleinen Gesellen mit allerhand merkwürdigen Gestalten zu tun, die wir alle als Märchenfiguren kennen.
Weshalb im Falle von «Der 7bte Zwerg» (Ja, Universal Pictures vermarktet den Streifen tatsächlich mit dieser grammatikalisch fragwürdigen Schreibweise!) die Entscheidung für einen Animations- und somit gegen einen Realfilm gefallen ist, ist einzig und allein auf die international besseren Vermarktungschancen zurückzuführen. Obgleich sich «Der 7bte Zwerg» selbstredend kaum mit diversen Produktionen aus internationalen CGI-Filmschmieden messen kann und insbesondere die überdeutlich an den letztjährigen Disney-Megahit «Die Eiskönigin» angelegten Szenen in ihrer minimalistischen Inszenierung extrem negativ ins Auge fallen, erweckt Ottos neuster Streich nicht den Eindruck einer Verlegenheitsproduktion. Zwar dürfte das 3D-Projekt, dessen dreidimensionaler Effekt auch bei näherem Hinsehen nur mit Mühe zu erkennen ist, nur die wenigsten Cineasten zufriedenstellen, entgegen der beiden «7 Zwerge»-Realfilme legt sich «Der 7bte Zwerg» jedoch immerhin auf eine zu erkennende Zielgruppe fest. Auch wenn sich Fans klassischer Ottofilme in Anbetracht dessen vermutlich vor den Kopf gestoßen fühlen werden, ist der Streifen ein Zugeständnis an die ganz Kleinen, die mit Sicherheit ihren Spaß an der abenteuerlichen Märchenreise haben werden. Anders als «Die 7 Zwerge – Männer allein im Wald» sowie «7 Zwerge – Der Wald ist nicht genug» verzichtet das fünfköpfige Autorenteam, zu dem unter anderem auch Sven Unterwaldt Jr. und somit der Regisseur der ersten beiden Filme gehört, auf jegliche Form des Erwachsenenhumors. Meta-Anspielungen oder schlüpfrigen Wortwitz sucht man in «Der 7bte Zwerg» vergebens. Lediglich einige humoristische Wortspiele wie etwa den Namen der bösen Eisfee Dellamorta erinnern an die Anarchie der Realfilmvorlagen, die sich trotz ihres stets verspielten Duktus überdeutlich an ein Erwachsenenpublikum richteten.
Da der Animationsfilm an sich jedoch vornehmlich über den visuellen Reiz funktioniert, ist das Design der Zwerge wohl das größte Pro-Argument von «Der 7bte Zwerg». Auch wenn der Streifen in puncto Detailreichtum keinen Blumentopf gewinnt, sind sämtliche Hauptdarsteller als sie selbst wiederzuerkennen. Im Zusammenspiel mit den Originalstimmen ergibt sich so das gelungene Bild einer Transformation von Schauspielern in ihr animiertes Ich. Auch auf musikalischer Ebene überrascht der Film. Im Stile erfolgreicher Zeichentrickmusicals dürfen diverse Figuren zwischendurch immer wieder ihre Liedchen trällern. Was wie im Falle von Nina Hagens Schurkensong manchmal etwas ungelenk klingt, entfaltet in der großen Final-Ballade tatsächlich so etwas wie ein Fünkchen Magie.
Fazit: «Der 7bte Zwerg» kommt überraschenderweise weitaus gelungener daher, als man es in Anbetracht der vielfachen Startterminverschiebung und erster Trailer vermutet hätte. Interessierte sollten sich darüber im Klaren sein, dass die Macher mit der Produktion zwar ein astreines Kinderabenteuer abliefern, die erwachsene Zielgruppe dabei jedoch sträflich vernachlässigen. Wer den grenzwertigen Humor beider Realfilme – im Speziellen den liebenswürdigen Otto-Witz – mochte, sollte sich nicht davon blenden lassen, dass die Castliste aller Beteiligten, sowohl vor, als auch hinter der Kamera, in allen drei Teilen nahezu identisch ist. Aus technischer Sicht präsentiert sich «Der 7bte Zwerg» gelungener als ähnlich gelagerte Produktionen (ziemlich zeitgleich startet «Die Biene Maja – Der Kinofilm»), jedoch weit unterhalb des Animationsfilmdurchschnitts. Immerhin musikalisch kann sich der Streifen durchaus mit internationaler Konkurrenz messen. • 7 Zwerge • 7 Zwerge – Der Wald ist nicht genug • 7 Zwerge – Männer allein im Wald • Bärenbrüder • Der 7bte Zwerg • Der Kinofilm • Der Wald ist nicht genug • Die 7 Zwerge • Die 7 Zwerge – Männer allein im Wald • Die Biene Maja • Die Biene Maja – Der Kinofilm • Die Eiskönig
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