Mit «The O.C.» und «Gossip Girl» schuf Josh Schwartz Serienhits. Doch trotz seines jungen Alters hakt es in der jüngeren Vergangenheit beim Autor.
Schwartz zog einen Agenten an Land und schrieb kurz darauf einen TV-Piloten namens «Brookfield» für ABC und Disney, während er noch in Südkalifornien studierte. Trotzdem gelangte auch dieses Projekt nicht zu Ruhm, da die Serie über reiche Kinder in einem Internat zwar produziert wurde, es allerdings nie zur Ausstrahlung kam. Das gleiche Schicksal ereilte seinen Piloten «Wall to Wall Records», nachdem er das College abbrach, um Vollzeit zu arbeiten. Seine Studienzeit verhalf Schwartz allerdings zum großen Durchbruch. Seine Mitgliedschaft in der Pi Kappa Alpha-Bruderschaft, in der er sogar zeitweise Präsident des Ortsverbandes war, verschaffte ihm Zugang zu den gehobenen Kreisen und großen Villen Südkaliforniens, woraus er Inspiration schöpfte.
Diese nutzte er, um im Jahr 2003 den Piloten «The O.C.» an Warner Bros. TV und Wonderland Sound and Vision zu verkaufen, wobei Schwartz nicht nur Schöpfer, sondern auch Executive Producer der Serie war, die bald zu einem Mega-Hit avancieren sollte. Mit 26 Jahren war er damit der jüngste Serienschöpfer einer TV-Show. Als die Show um die Jugendlichen in Orange County in Kalifornien 2003 bei FOX anlief, wurde sie schnell zum beliebtesten Format bei Teenagern. «The O.C.» inspirierte MTV-Reality-Formate wie «Laguna Beach» und die Musikgeschmäcker von etlichen Jugendlichen, die Schwartz mit selbst ausgewählten Titeln aus der Serie beeinflusste. Für den Serienpiloten wurde Schwartz für den Writers Guild of America Award und den People's Choice Award nominiert. 2007 wurde «The O.C.» wegen stark sinkendem Zuschauerinteresse nach vier Staffeln eingestellt.
Im weiteren Verlauf seiner Karriere schaffte es Schwartz nie zu den ganz Großen zu gehören, immer wieder musste er kleinere Rückschläge hinnehmen. Im Jahr 2007 unterschrieb der Autor einen dreijährigen Vertrag mit Warner Bros. TV, aus dem die Action-Comedy «Chuck» entstand. Die Serie gewann zwei Primetime-Emmys und hielt sich fünf Staffeln auf NBC. In der langjährigen kreativen Weggefährtin Stephanie Savage (sie war bei «The O.C.» schon Supervising Producer) hatte Schwartz dann eine Partnerin gefunden, die ihm zu mehr Konstanz verhalf: Die beiden produzierten gemeinsam das Comedy-Drama «Hart of Dixie», dessen Piloten The CW im Februar 2011 orderte. Die Show um Ex-«O.C.»-Darstellerin Rachel Bilson debütierte im Herbst 2011 und befindet sich derzeit in ihrer dritten Staffel. Seit April 2013 gehört das Format um die junge Ärztin übirgens auch zum Programm von sixx und wartet dort mit tollen Quoten auf, während «Hart of Dixie» (Foto) sich beim kleinen Network The CW konstant auf niedrigem Niveau hält.
Zwar hat Josh Schwartz mit «Hart of Dixie» und «The Carrie Diaries» derzeit noch zwei Eisen im Feuer, allerdings schwächeln diese Formate in den neueren US-Programmierungen. Selbst wohlwollende Beobachter müssen konstatieren, dass der, mit 37 Jahren, junge Autor seinen Zenit wohl schon überschritten hat und «Chuck», «The O.C.» und nicht zuletzt «Gossip Girl» die Glanzpunkte seiner Karriere darstellen. Vor allem die beiden letzteren Serien prägten Jugendliche in den USA und hierzulande, wobei sich beide Shows, mal mehr mal weniger, thematisch überschnitten. Derzeit arbeitet Schwartz an der amerikanischen Version des UK-Hits «Misfits», die nach dem grandiosen Flop von «Cult» eine der wenigen verbleibenden Chancen von Schwartz sein könnte, sich noch einmal auszuzeichnen und interessant zu machen.
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