TV und so

Drama, Dieter, Drama!

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Bruce Darnell wird «DSDS»-Juror. Eine logische Entscheidung, findet unser Praktikant.

Unzählige Juroren hat die RTL-Castingshow «Deutschland sucht den Superstar» bereits verschlissen. Oder erinnern Sie sich etwa an die Jurorin Shona Fraser in den beiden ersten Staffeln oder Sylvia Kollek in der dritten? Oder an Thomas Bug beziehungsweise Volker Neumüller, der noch in der vorletzten Season dabei war? Die einzige Konstante der Jury bei Deutschlands beliebtester Castingshow ist Dieter Bohlen, der seit Anfang an dabei ist und nicht unschuldig daran sein soll, dass «DSDS» so viele andere Köpfe verschlissen hat: Schon während der Staffeln äußerte er sich teils negativ über seine Kollegen oder Kolleginnen, nach deren Ausstieg waren sie fast nie mehr gut auf den sogenannten Pop-Titan zu sprechen.

Auch für die neue Runde im Jahr 2012 mussten wieder zwei frische Gesichter gesucht werden, die RTL nun gefunden hat: Cascada-Sängerin Natalie Horler wird als Quotenfrau an der Seite von Bohlen Platz nehmen; der neue Mann ist Bruce Darnell, den böse Zungen bereits als Castingshow-Hure bezeichnen – kein Wunder, denn nach Engagements in «Germany’s Next Topmodel», dem Schweizer Pendant «Supermodel 2008», der RTL-Talentsuche «Das Supertalent» ist der Laufsteg-Trainer eine feste Größe in der Castinglandschaft geworden.

Dabei fällt nun kaum auf, dass es eigentlich an Absurdität nicht zu überbieten ist, wenn der Modelcoach künftig über die Gesangstalente bei «DSDS» urteilen darf. Denn in dieser Show – das dürfte mit dieser Personalie endgültig jedem einleuchten – geht es nur noch zu einem Bruchteil um gesangliche Fähigkeiten. Nein, das RTL-Casting ist zu einem Hort der Selbstinszenierung geworden, nicht nur für die dort auftretenden Kandidaten, sondern auch für die Juroren selbst. Mittlerweile sind nicht mehr die Teilnehmer die Stars der Show, sondern Bohlen sowie künftig Darnell und Horler. Wer sich nicht selbst zu inszenieren weiß, der scheitert – und darin liegt auch die Begründung, warum «DSDS» so viele Jurygesichter verschleißt. Die einzige Castingshow-Konstante neben Bohlen und Heidi Klum ist eben der verrückte, seine eigene Person inszenierende Bruce Darnell, auch wenn er nicht bei einem einzigen Format, sondern bei mehreren mitgewirkt hat. Seine Rückkehr ins Showgeschäft mag für den Großteil des Publikums erfreulich sein, birgt aber die unschöne Tatsache, dass dieses Publikum sich selbst dabei ertappt, das ursprüngliche Konzept einer Castingshow ad absurdum zu führen: Denn um starke Stimmen geht es hier längst nicht mehr.

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