Es ist doch schön, dass inzwischen wieder etwas Normalität in die Fußball-Übertragungen gekommen ist. Sky-Abonnenten haben die zu Beginn extrem nervenden Vuvuzelas dank gutem Filter fast schon vergessen und auch bei ARD und ZDF hat die Lautstärke der Tröten abgenommen. Ob wir nun dauerhaft von den – euphemistisch ausgedrückt – Musikinstrumenten verschont bleiben, kann jetzt noch nicht gesagt werden. Auf Fanfesten, in Bars, Kneipen und manchen Innenstädten sind einige Vuvuzelas zu sehen und leider auch zu hören. Es ist die Faszination des nicht gerne gesehenen, das vor allem Jugendliche antreibt, die Tröten mitzunehmen und auch zu benutzen. Die Bundesligavereine haben inzwischen schon angedeutet, dass sie die Tröten notfalls auch verbieten werden. Und so muss man wohl in zwei Wochen schon gar nicht mehr über diesen Teil der südafrikanischen Fußballkultur sprechen.
es die Vuvuzela. Zahlreiche Zuschauer beschweren sich, weil sie sich durch die Tröten in Südafrikas Stadien in ihrem Fußballvergnügen beeinträchtigt fühlen. Wie ein penetrant summender Bienenschwarm klingen die Lärmmacher, die inzwischen auch in Deutschland unter den Fans schon weit verbreitet sind. Ein Deutscher hat sich im Übrigen vor ein paar Tagen das exklusive Recht gesichert, die Tröten in 27 EU-Ländern zu vertreiben. So werden wir wohl auch in Zukunft bei Bundesliga-Spielen nicht um die Tröterei herumkommen. Die mediale Empörung ist groß. Allerdings bin ich der Auffassung, dass sich langsam aber sicher ein Gewöhnungseffekt einstellen wird. Ich für meinen Teil kann den Lärm mittlerweile bereits ausblenden und nehme die Vuvuzelas gar nicht mehr bewusst wahr - erst wenn mich jemand anders genervt darauf hinweist. Kurz gesagt: Viel Lärm um Nichts.
Vuvuzelas nerven die Zuschauer auf dem heimischen Sofa, stören die Kommunikation der Spieler auf dem Platz, die weder die Kommandos untereinander noch die ihres Trainers zu verstehen meinen und verwandeln die Stadionatmosphäre, die zur Weltmeisterschaft oft sogar Nicht-Fans mitreißt in einen gleichtönigen Einheitsbrei, durch den kein Fangesang mehr durchdringt. Dass sich die Stimmen nach einem Verbot der mittlerweile als Teufelströten verunglimpften Plastikhörner in den letzten Wochen mehrten verwundert also kaum, aber eines sollten wir uns dabei immer bewusst sein: Das hier ist nicht unsere WM, sondern die Südafrikas. Dabei ist es völlig egal, ob die Vuvuzela nun eine fünfjährige oder 100-jährige Geschichte aufzuweisen hat - sie ist derzeit ein nicht wegzudenkender Teil der afrikanischen Fankultur und ein Symbol für die von der WM aufgeworfenen Euphorie und des Wir-Gefühls am Kap der Guten Hoffnung. Die Vuvuzela als Fan-Instrument und ihre Folgen tauchten zudem nicht über Nacht auf. Bereits beim Konföderationspokal 2009 nahm die Kontroverse ihren Lauf. Die Vuvuzelas blieben allerdings erlaubt. Sie beim größten Fußball- oder gar Sportereignis, dass der afrikanische Kontinent je erlebt hat, auf Drängen vor allem europäischer TV-Anstalten, deren derzeit fiebrig an Vuvuzela-Filtern tüftelnde Techniker das letzte Jahr offenbar verschlafen haben, zu verbieten, wäre ein Skandal gewesen. Ein Glück und fast Wunder, dass manchmal eben doch noch der Fan vor Ort im Vordergrund steht.
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