Die FIFA hat das Bieterverfahren für die Übertragungsrechte an der Fußball-Weltmeisterschaft 2030 in den Vereinigten Staaten und Puerto Rico eröffnet. Interessierte Medienunternehmen können ihre Angebote bis zum 19. November 2026 um 12.00 Uhr einreichen. Wie das Branchenmagazin „Variety“ berichtet, besteht zusätzlich die Möglichkeit, sich bereits eine Option auf die Weltmeisterschaft 2034 in Saudi-Arabien zu sichern. FIFA-Wirtschaftschef Romy Gai kündigte an, bei den Verhandlungen möglichst flexibel vorzugehen. Der Weltverband möchte insbesondere vom gestiegenen Wert internationaler Sportrechte und dem Erfolg des jüngsten Turniers profitieren.Bislang lagen die englischsprachigen Übertragungsrechte bei Fox Sports, während NBCUniversal mit Telemundo die spanischsprachige Berichterstattung verantwortete. Nach Branchenschätzungen zahlte Fox rund 485 Millionen US-Dollar für sein Rechtepaket, während NBCUniversal etwa 600 Millionen US-Dollar investierte. Die FIFA bestätigte diese Summen nicht, erwartet bei der kommenden Vergabe allerdings höhere Einnahmen. Die bisherigen Vereinbarungen reichen über mehrere Weltmeisterschaften, sodass die Rechte erstmals seit rund anderthalb Jahrzehnten wieder umfassend ausgeschrieben werden.
Die wirtschaftlichen Argumente liefert die Weltmeisterschaft 2026. Nach FIFA-Angaben verfolgten durchschnittlich 13,5 Millionen Menschen die 104 Partien über lineare und digitale Angebote in den Vereinigten Staaten. Gegenüber dem Turnier 2022 in Katar entsprach dies einem Zuwachs von 166 Prozent. Sämtliche Spiele der amerikanischen Nationalmannschaft erreichten mehr als 20 Millionen Zuschauer, während das Finale mit durchschnittlich 63 Millionen Menschen zum meistgesehenen Fußballspiel der US-Fernsehgeschichte wurde. Auch die Werbeeinnahmen profitierten erheblich. Comcast teilte mit, dass die US-Werbeerlöse seines Mediengeschäfts im dritten Quartal 2026 dank der Weltmeisterschaft um 14,6 Prozent gestiegen seien. Ohne das Turnier hätte das Plus lediglich 0,3 Prozent betragen.
Bei der neuen Ausschreibung zeigt sich die FIFA offen für unterschiedliche Geschäftsmodelle. Denkbar sind getrennte Verträge für lineares Fernsehen und Streaming, gemeinsame Rechtepakete oder Angebote mehrerer Unternehmen. Auch eine Aufteilung zwischen englisch- und spanischsprachigen Übertragungen ist möglich, wenngleich die FIFA eine gemeinsame Vergabe bevorzugen würde. Streaminganbieter könnten zusätzliche Zielgruppen erschließen. Netflix hat sich bereits die US-Rechte an den Frauen-Weltmeisterschaften 2027 und 2031 gesichert und verfügt zudem über die spanischen Übertragungsrechte für die Männer-WM 2030.
Die Weltmeisterschaft 2030 wird hauptsächlich in Spanien, Portugal und Marokko ausgetragen. Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums sind außerdem drei Begegnungen in Argentinien, Paraguay und Uruguay vorgesehen. Vier Jahre später findet das Turnier in Saudi-Arabien statt.







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