Der Tod von Franz von Assisi jährt sich 2026 zum 800. Mal. arte nimmt das Jubiläum zum Anlass für zwei Erstausstrahlungen am ersten Oktoberwochenende. Den Auftakt macht am Samstag, den 3. Oktober, um 20.15 Uhr der 87-minütige Dokumentarfilm «Franz von Assisi – Der Grenzgänger». Einen Tag später folgt um 16.20 Uhr die deutsch-italienische Dokumentation «Der Schatz von Assisi».Filmemacher Stefan Ludwig zeichnet in «Franz von Assisi – Der Grenzgänger» das Bild eines Mannes, der weit mehr war als der populäre Heilige, der zu Vögeln sprach und Sonne und Mond als Geschwister bezeichnete. Franziskus stammte aus einer wohlhabenden Familie, verzichtete öffentlich auf seinen Besitz und stellte sich auf die Seite gesellschaftlicher Außenseiter. Seine Lebensweise forderte damit auch die Kirche seiner Zeit heraus. Der Film ordnet sein Wirken in die großen Veränderungen des 13. Jahrhunderts ein, zu denen der Aufstieg frühkapitalistischer Strukturen, religiöse Reformbewegungen und die Kreuzzüge gehörten.
Ludwig folgt den Spuren des Franziskus von Paris bis nach Italien. In Paris beschäftigt sich die Dokumentation mit einem erst kürzlich entdeckten Manuskript, während die Reise in La Verna zu den Felsspalten führt, in denen Franziskus wochenlang meditierte. In Assisi wiederum dokumentiert der Film die Faszination, die der Heilige noch heute ausübt: Als seine Gebeine erstmals öffentlich gezeigt wurden, kamen nach Angaben von ARTE 370.000 Gläubige. Thematisiert wird auch die außergewöhnliche Begegnung von Franziskus mit dem muslimischen Sultan Al-Kamil während des Fünften Kreuzzugs. Zugleich schlägt der Film den Bogen in die Gegenwart und fragt nach der Bedeutung seines Eigentumsverzichts, seiner Naturverbundenheit und seines interreligiösen Handelns.
Am Sonntagnachmittag richtet «Der Schatz von Assisi» den Blick auf das künstlerische Vermächtnis. Ausgangspunkt ist das schwere Erdbeben vom 26. September 1997 in Umbrien. Dabei wurden auch die weltberühmten Fresken in der Basilika von Assisi schwer beschädigt und in mehr als 300.000 Fragmente zerrissen. Es begann eine jahrzehntelange Restaurierungsarbeit, bei der die einzelnen Bestandteile wie bei einem gigantischen Puzzle wieder zusammengesetzt werden mussten.
Regisseur Paolo Colangeli begleitet die Arbeit der Restauratoren und verbindet sie mit der Geschichte der Basilika und ihres berühmtesten Bewohners. Franziskus wurde bereits zwei Jahre nach seinem Tod heiliggesprochen. Für die Ausgestaltung seiner Grabeskirche wurden bedeutende italienische Künstler wie Cimabue und Giotto verpflichtet. Ihre Fresken entwickelten sich zu zentralen Werken der mittelalterlichen Kunst und verbanden einen zunehmenden Realismus mit religiöser Spiritualität. Fast drei Jahrzehnte nach dem Erdbeben präsentiert die Dokumentation nun das Ergebnis der aufwendigen Rekonstruktion.







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