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ARD-Doku deckt mehr als 70 Angriffe durch Fake-Dates auf

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Junge Männer sollen Schwule über Dating-Apps gezielt in Fallen locken, ausrauben und misshandeln. «team.recherche» hat das Phänomen monatelang untersucht.

Die neue «team.recherche»-Dokumentation „Jagd auf Schwule – Wer steckt hinter den Fake-Dates?“ beschäftigt sich mit gezielten Angriffen auf schwule Männer, bei denen die Täter ihre Opfer über Dating-Apps wie Grindr oder Romeo kennenlernen. Der Film steht ab sofort in der ARD Mediathek zur Verfügung und ist eine Produktion des Saarländischen Rundfunks.

Nach Recherchen des Teams wurden deutschlandweit innerhalb der vergangenen zehn Jahre mehr als 70 entsprechende Fälle angezeigt. Allein für das Jahr 2025 konnten die Journalisten 34 Fälle zählen. Die tatsächliche Zahl dürfte allerdings deutlich höher liegen. Befragungen zufolge bringt lediglich etwa jeder zehnte Betroffene eine solche Tat zur Anzeige. Die Täter verabreden sich demnach über Dating-Plattformen mit schwulen Männern, um diese anschließend auszurauben, zu demütigen oder körperlich anzugreifen. Teilweise organisieren sich die jungen Männer in Gruppen und verbreiten Aufnahmen ihrer Taten über Chatplattformen.

Zu Wort kommt unter anderem der Berliner Sänger Leopold. Er berichtet von einem vermeintlichen Date, bei dem mehrere Männer in seine Wohnung eindrangen. Dort sei er geschlagen und über Stunden festgehalten worden. Einer der Täter habe sich zudem queerfeindlich geäußert, nachdem er Leopolds Make-up gesehen hatte. Erst nachdem Leopold einen vierstelligen Geldbetrag überwiesen hatte, hätten die Männer seine Wohnung verlassen.

Die monatelange Recherche führt außerdem in die sogenannte „Pedo-Hunter“-Szene. Deren Mitglieder geben sich im Internet teilweise als Minderjährige aus, verabreden sich mit vermeintlich Pädokriminellen und greifen diese bei persönlichen Treffen an. Dabei werde Homosexualität häufig mit Pädophilie gleichgesetzt. Der Verfassungsschutz Baden-Württemberg erklärt in der Dokumentation, dass sogenannte Pedo-Hunter den vermeintlichen Schutz von Kindern als Begründung für Gewalt gegen queere Menschen heranziehen.

Für die Dokumentation beobachtete «team.recherche» zudem über mehrere Wochen undercover einen Discord-Server mit rund 1.500 Nutzern. Dort fanden die Reporter nach eigenen Angaben Gewaltfantasien, queerfeindliche Äußerungen und rechtsextreme Symbolik. Auch der Verfassungsschutz Hessen sieht Überschneidungen: Die sogenannte Pedo-Hunter-Bewegung verfüge demnach über ein hohes Mobilisierungspotenzial für rechtsextremistische Jugendliche und junge Erwachsene. Die Queerbeauftragte der Bundesregierung, Sophie Koch, fordert angesichts solcher Fälle eine bundesweite Meldestelle für queerfeindliche Übergriffe. Das Bundesinnenministerium verweist gegenüber den Autoren auf eine bundesweit wirksame Handreichung, mit der Polizeidienststellen queerfeindliche Straftaten einheitlicher erfassen sollen.

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