Wirtschaft

TF1 prüft Verkauf von Studio TF1

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Frankreichs größter Privatsender erwägt den Verkauf seiner Produktions- und Vertriebstochter. Medienberichten zufolge könnte das Unternehmen rund 400 Millionen Euro wert sein.

Der französische Privatsender TF1 stellt seine Produktions- und Vertriebsaktivitäten offenbar auf den Prüfstand. Wie das Branchenmagazin „Variety“ berichtet, hat der Medienkonzern einen Verkaufsprozess für Studio TF1 eingeleitet. Die Investmentbank Rothschild soll potenzielle Interessenten sondieren. TF1 selbst wollte die Berichte auf Anfrage nicht kommentieren.

Studio TF1 entstand Anfang 2025 durch die Umbenennung der Produktionsgruppe Newen, die TF1 bereits 2015 übernommen hatte. Das Unternehmen vereint mehr als 50 Produktionsfirmen und Labels in zwölf Ländern und zählt zu den größten unabhängigen TV-Produzenten Frankreichs. Zum Portfolio gehören unter anderem die Daily-Soaps «Demain Nous Appartient» und «Ici Tout Commence» sowie zahlreiche Fernsehfilme und internationale Produktionen.

Der mögliche Verkauf steht im Zusammenhang mit der strategischen Neuausrichtung unter Konzernchef Rodolphe Belmer, der TF1 seit 2023 führt. Der frühere Netflix-Manager investiert verstärkt in Streaming-Angebote und baute zuletzt den werbefinanzierten Dienst TF1+ aus. Zudem vereinbarte das Unternehmen eine Partnerschaft mit Netflix, über die die linearen Sender und Mediathekeninhalte von TF1 künftig auch auf der Streamingplattform verfügbar sind.

Hintergrund der Überlegungen dürften auch die jüngsten Geschäftszahlen sein. Im ersten Halbjahr sank der Konzernumsatz um knapp zehn Prozent auf 993 Millionen Euro, während Studio TF1 einen operativen Verlust von vier Millionen Euro auswies. Das Unternehmen verwies dabei auf verschobene Auslieferungen für Netflix sowie einen späteren Produktionskalender. Dabei hatte Studio TF1 zuletzt seine Aktivitäten sogar ausgebaut. Neben einer stärkeren Filmproduktion startete die Tochter Anfang 2026 einen eigenen Kinoverleih. Mit Reem Khericis Komödie «Good Vibes Only» gelang der erste größere Kinoerfolg, zudem befinden sich weitere Filme wie Laszlo Nemes' Cannes-Beitrag «Moulin» mit Gilles Lellouche im Verleihsprogramm.

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