Vermischtes

Riot Games: Gut kopiert ist halb gewonnen

Seit fast 15 Jahren gibt es Riot Games.

Im direkten Vergleich zu seinen Mitbewerbern wie Valve, Blizzard, Epic Games & Co. ist der Entwickler und Publisher damit eigentlich sogar noch ein recht junger Hüpfer. Der zudem für eine lange Zeit nur einen einzigen Titel im Programm hatte: League of Legends. Dieses Spiel hat es jedoch in sich und zählt seit gut zehn Jahren zu den meistgespielten Spielen überhaupt. Inzwischen hat Riot Games sein Angebot ordentlich aufgestockt und unter anderem um ein Auto-Chess-Spiel, ein Kartenspiel und um einen Taktik-Shooter ergänzt.

Wie bei League of Legends ist Riot Games auch bei seinen neuen Spielen nach einem bislang für den Entwickler gut funktionierenden Schema vorgegangen: Gut kopiert ist halb gewonnen! Dies ist nicht mal negativ gemeint. Immerhin gibt es auch in vielen anderen Branchen und Bereichen Kopien, die das eigentliche Original sogar übertreffen. Ob man beispielsweise Book of Dead kostenlos spielt oder andere Book-Spielautomaten wie Book of Ramses, Book of Ra, Book of Moorhuhn & Co. spielt auf den ersten Blick keine große Rolle. Erst der zweite Blick offenbart Details, welche bei einem der Spiele besonders hervorstechen und die es damit dennoch einzigartig und folglich interessant machen. Genau in dem Punkt besitzt Riot Games offenbar ein Talent: Funktionierende Spielkonzepte zu perfektionieren.

League of Legends: Dota als großes und wichtigstes Vorbild


Mit einer einfachen Mod für das beliebte Echtzeit-Strategiespiel Warcraft III: Reign of Chaos begründete ein Hobbyprogrammierer 2003 ein komplett neues Spielgenre: Multiplayer Online Battle Arena - kurz MOBA. Bei dem Spiel handelte es sich um Defense of the Ancients, welches auch mit dem 2013 erschienenen Nachfolger Dota 2 nach wie vor eine wichtige Rolle im Bereich der MOBA-Games spielt. Durch den enormen Erfolg von Dota angetrieben, hat das 2006 gegründete Studio Riot Games mit der Entwicklung ihres eigenen MOBA-Spiels begonnen: League of Legends. Sowohl grafisch als auch hinsichtlich des Gameplays ähnelte League of Legends Dota frappierend.

Zusätzliche Gameelemente und der zugleich für neue Spieler vergleichsweise einfache Einstieg sorgten jedoch dafür, dass aus League of Legends innerhalb kürzester Zeit eines der meistgespielten Spiele überhaupt wurde. Mittlerweile beschäftigt Riot mehr als 2.500 Mitarbeiter und betreibt für sein wichtigstes Spiel mehrere eigene E-Sport-Ligen. League of Legends gilt daher als Paradebeispiel dafür, wie sich eine gute Kopie eines Erfolgstitels erfolgreich etablieren kann. Dies zog natürlich etliche Nachahmer auf den Plan und so gab es innerhalb weniger Jahre eine Schwemme an weiteren MOBA-Titeln. Abgesehen von Dota 2 von Valve, Heroes of the Storm von Blizzard und Smite von den Hi-Rez Studios konnte sich jedoch keines der Spiele durchsetzen.

Teamfight Tactics: Erneut von Warcraft-Mod und Dota inspiriert


Erst 2019 veröffentlichte Riot Games mit Teamfight Tactics nach League of Legends sein zweites Spiel. Auch bei diesem Titel hat sich der Entwickler aus Kalifornien von einer Warcraft-Mod und Dota inspirieren lassen. So gilt Dota Auto Chess als Begründer des sogenannten Auto Chess-Genres, die als Mod für das Spiel Dota 2 entwickelt wurde. Aufgrund des Erfolgs der Mod veröffentlichte Valve mit Dota Underlords eine eigene Version des Spiels auf seiner Plattform Steam. Im Hintergrund arbeitete aber auch Riot Games bereits an seinem eigenen Auto Chess-Game Teamfight Tactics. Wie schon bei League of Legends und Dota ähnelt Teamfight Tactics seinem Vorbild in vielerlei Hinsicht, hat jedoch auch etliche eigenständige Funktionen und Spielelemente zu bieten. Hinzu kommt, dass das Spiel im Universum von League of Legends angesiedelt ist, was es natürlich für die große Zahl an League of Legends-Spielern umso interessanter macht. Kein Wunder also, dass das Spiel schon kurz nach Release über 33 Millionen Spieler verzeichnen konnte.

Legends of Runeterra und Valorant


Mit Legends of Runeterra und Valorant hat Riot Games 2020 sogar gleich zwei neue Spiele veröffentlicht. Legends of Runeterra ist demnach ein klassisches Sammelkartenspiel im Stile von Hearthstone von Blizzard. Währenddessen handelt es sich bei Valorant um einen schnellen Team- und Taktik-Shooter, der seine Ähnlichkeit zu Counter-Strike: Global Offensive sicher nicht leugnen kann. Summa summarum hat sich Riot Games also einmal mehr bei bekannten Spielkonzepten bedient und auf deren Basis eigene Spiele veröffentlicht. Ebenso einmal mehr mit einem beeindruckenden Erfolg. Dies gilt vor allem für das Spiel Valorant, welches der Presse nach sogar das Potenzial hat, CS:GO im E-Sport gefährlich zu werden.

Fazit: Riot Games kopiert zwar, kopiert dafür aber sehr gut


Riot Games hat sich darin perfektioniert, bekannte und beliebte Konzepte für Spiele aufzugreifen und diese mit eigenen Ideen und Designelementen ordentlich aufzupeppen. Was den Spielen dann letztlich zum Erfolg verhilft und sie teils sogar erfolgreicher macht als ihre eigentlichen Vorbilder. Es bleibt also spannend zu sehen, ob Riot Games auch weiterhin erfolgreich auf dieser Schiene fahren kann. Immerhin gibt es noch einige weitere aktuell erfolgreiche Computerspielgenres wie etwa Battle Royale, die sich für die Entwicklung neuer Titel anbieten würden.

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