Ungleiche Behandlung der musikalischen Kulturen Süddeutschlands? Ein Würzburger Professor sieht die Franken vom Bayerischen Rundfunk benachteiligt.
Für unerfahrene Ohren, sei es aufgrund eines großen regionalen Abstands zu den betroffenen Lokalkulturen oder schlicht aufgrund anderer Musikinteressen, mag der Unterschied marginal sein. Sofern er denn überhaupt zu bemerken ist. Aber für einen Würzburger Professor ist der Unterschied relevant: Journalismus- und Medienprofessor Kilian Moritz mag auch die fränkische Volksmusik. Doch die wird seiner Auffassung nach vom Bayerischen Rundfunk sträflich vernachlässigt, um stattdessen mehr Raum für die Musik Oberbayerns zu schaffen.
Abgesehen solcher Vermischungen aus Dialekten und Schauplätzen, die sich Eingeweihten gegenüber enorm beißen, stören den Professor zudem Programmstatistiken: Nach seiner eigenen Erhebung käme fränkische Volksmusik bloß auf maximal drei Prozent der BR-Hauptsendezeit – und das, obwohl Franken ein Drittel des Sendegebiets ausmacht. Musikalische Diskriminierung, sozusagen. Ein Vorwurf an den BR, der die CSU-Landtagsabgeordnete Barbara Regitz auf den Plan ruft: Die Politikerin forderte nach Publikmachung von Moritz' Beschwerden eine genaue Überprüfung dessen, wie viel Anteil am BR-Programm oberbayerische und fränkische Musik ausmachen. Darüber hinaus verlangte sie eine zeitnah umgesetzte Frankenmusikquote von 15 bis 20 Prozent.

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