Am Montagnachmittag wird eine der wichtigsten Fragen des Medienjahres geklärt: Wer sichert sich audiovisuelle Verwertungsrechte an der Fußball Bundesliga im Zeitraum 2021 bis 2025? Wer gilt als Favorit? Was sind die neuesten Gerüchte?
Für die vier Spielzeiten ab Sommer 2021 sind insgesamt 16 Verwertungspakete geschnürt worden. Vier davon – die sollen das meiste Geld bringen – betreffen die Liveverwertung der ersten Bundesliga im Bezahlbereich. Paket A ist das Konferenzpaket am Samstag (oder in englischen Wochen), Paket B umfasst die Einzelspiele zur Konferenzzeit und die Relegation. Paket C beeinhaltet den DFL-Supercup vor jeder Saison und die Samstagabendspiele um 18.30 Uhr, Paket D die insgesamt 106 freitags und sonntags geplanten Matches. Neun Spiele wird es zudem parallel im Free-TV geben (Paket E).
Eigentlich hätte die Entscheidung über die künftigen Rechtepartner schon am 11. Mai fallen sollen. Corona brachte diesen Terminplan durcheinander und die die Wirtschaft kaltstellende Pandemie wird auch Einfluss auf den genauen Verlauf der Aktion gehabt haben. Zahlreiche Medienunternehmen stehen sich stark rückläufigen Werbe- und/oder Kundenzahlen gegenüber. Andere, etwa das wirtschaftlich von Covid-19 eher profitierende Amazon, haben genau dieses Problem nicht. Das Bieterverfahren läuft nach einem festen Schema an. Gesetzt dem Fall, dass Gebote eine vorher von der DFL geheim festgelegte Geldgrenze (Vorbehaltspreis) überbieten, bekommt ein Unternehmen, das 20 Prozent mehr Geld auf den Tisch legt als das zweithöchste Gebot, automatisch den Zuschlag. Die DFL-Chefs selbst entscheiden nur dann, wenn dies nicht der Fall ist. Die DFL hatte zuletzt schon mitgeteilt, dass nicht unbedingt der maximale Rechtevertrag der Beste sei. Man will also so gut es geht auch auf die Fans schauen und versuchen, dass diese ab 2021 nicht allzu viele Pay-TV-Abos abschließen müssen, um alles sehen zu können.
Im Free-TV-Bereich sind nicht zwingend viele Fragezeichen zu erwarten. Der einzige «Sportschau»-Konkurrent RTL ist von Corona doch hart getroffen worden, es gibt Einsparungen im Programmbereich. Noch vor Corona sicherte sich die Gruppe die Europa League und die neue Europa Conference League ab 2021 exklusiv. Für ein Schweinegeld, wie es aus Köln hieß. Weitere Fußballmillionen wären angesichts der wirtschaftlichen Situation kaum zu verantworten. So dürfte neben dem Ersten auch das Zweite am Samstagabend am Ball bleiben. Immer für eine Überraschung gut ist das Free-TV-Paket K mit den Drittverwertungsrechten am Sonntagmorgen/vormittag. Schon 2016 setzte sich Sport1 hier nur mit Mühe gegen Sky durch. Jetzt soll auch Bild Live Interesse haben. Ausgang: Komplett offen mit einer kleinen Nasenspitze Führung für den Rechteinhaber Sport1. Ob dieser sich dann aber die Free-TV-Highlight-Rechte an der zweiten Liga am Freitag- und Sonntagabend zurückholen kann, fraglich!

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17.06.2020 19:46 Uhr 1
17.06.2020 20:06 Uhr 2