Der Film mit dem Riesenhai ist leider auch der Film fast ohne Persönlichkeit: «Meg» schafft es, einen Kampf zwischen Urzeit-Monsterhai und Jason Statham uninteressant zu machen.
Die von Jack Morris (Rainn Wilson) mitfinanzierte und von Dr. Minway Zhang (Winston Chao) geleitete Unterwasser-Forschungsstation "Mana One" steht vor einem historischen Durchbruch: Eine Forschungsgruppe dieser Station begibt sich in bislang unentdeckte Unterwassergebiete. Jedoch kommt es bei der ersten Untersuchungsmission zu einem Unglück: Das hochmoderne U-Boot bleibt hängen. Dr. Zhangs eigensinnige Tochter Suyin (Li Bingbing) macht sich auf, ihre Kollegen zu retten, was den Meeresbiologen allerdings nur weiter in Sorge bringt. Daher ruft er den aufgrund eines Jahre zurückliegenden Vorfalls in Ungnade gefallenen U-Boot-Experten Jonas Taylor (Jason Statham) zu sich. Dieser ahnt nicht, dass das nahende Wiedersehen mit seiner Ex-Frau Celeste (Jessica McNamee) noch zu den angenehmeren Dingen an dieser Mission gehören wird. Denn durch den Tauchgang in zuvor vom Menschen unberührte Unterwassergefilde hat das Team der "Mana One" ein prähistorisches Ungeheuer auf die Idee gebracht, sein Jagdgebiet massiv zu vergrößern: Ein Megalodon treibt nun sein Unwesen, ein etwa 23 Meter großer Hai …
Und um es kurz zu machen: Obwohl sich Jon Turteltaub in einem 'The Hollywood Reporter'-Profil als riesiger «Der weiße Hai»-Fan bezeichnet hat und angab, sich bei «The Meg» das Ziel gesetzt zu haben, den "zweitbesten Haifilm aller Zeiten zu drehen", ist «The Meg» bei weitem kein «Der weiße Hai» geworden. Dafür macht Turteltaub mit seiner Spannungsspitzen kleinschleifenden Inszenierung die Bedrohung durch den Riesenhai nicht spürbar genug (Zerstörungskraft allein macht keinen Thrill aus, man muss sich vor ihr fürchten!), und die Figurenskizzierung ist ebenfalls zu dünn, als dass man sich groß um die Figurentruppe sorgen würde.
Eine kleine Handvoll selbstironischer Augenblicke macht deutlich, dass sich die Filmschaffenden dessen bewusst sind, welche Art Film sie machen und dass sie damit kokettieren wollen. Allerdings bleiben spritzige Klischeeübertreibungen und verquere Konventionsbrüche aus, so dass sich «Meg» nicht in aller Ausführlichkeit als augenzwinkernde Haifilm-Hommage oder gar als Parodie genießen lässt. Aus dem unaufgeregten Skript zieht auch das Handwerk nichts: Zu oft lässt Cutter Steven Kemper eine konventionelle Szene ausplätschern, um eine Pointe aus ihr zu ziehen, und ebenso wenig kommt Kameramann Tom Stern dazu, seine recht gelackten Bilder durch Irrwitz aufzupeppen – komödiantisch eskalierende Motive wie auf den Postern sind dafür einfach zu rar. Ebenso wenig ist «Meg» aber ein Film, der sich einfach mit Anlauf und Genuss in seinen Klischees wälzt, um eine pure Klischeeparade abzuliefern. Es ist also weder das «Planet Terror» des Haifilms noch das «The Expendables».
Gleichwohl verkauft Statham mit seinem strengen Blick und seinem rauen Timbre auch immer wieder den angeblichen Ernst der Lage. Es liegt also nicht an ihm, wenn die oft einfallslosen Haiattacken-Setpieces trotz solider Hai-Animationen genauso schnell vergessen wie geschehen sind. Und Jason Statham eine «Findet Nemo»-Referenz singen zu hören, ist auch ein Genuss. Abgesehen davon ist dieser Monsterhai leider eher eine filmische Kaulquappe. Und kommt uns nicht mit Anmerkungen, dieser Vergleich würde biologisch hinken – als würde das den Film interessieren?!

• Cool Runnings • Crank • Das Vermächtnis der Tempelritter • Das Vermächtnis des geheimen Buches • Der weiße Hai • Findet Nemo • Instinkt • Last Vegas • Meg • Planet Terror • Sharknado • The Expendables • The Meg • Während du schliefst … • xXx – Die Rückkehr des Xander Cage
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Es gibt 1 Kommentar zum Artikel
13.12.2020 10:40 Uhr 1
An den Kinokassen war er recht Erfolgreich und im kommenden Jahr wird die Fortsetzung gedreht. Die Buchreihe hat noch einiges an guten Storys parat!