Bei Sat.1 kehrt am Mittwoch die neu aufgelegte Game-Show «Deal or no Deal» zurück. Was sind die Neuerungen im Konzept und kann der weitestgehend unerfahrene Moderator Wayne Carpendale das Projekt stemmen?
Trotzdem zeigt sich Sat.1 überzeugt vom Allrounder, dessen Frau Annemarie ebenfalls bei Schwestersender ProSieben moderiert. Carpendale gibt sich im Interview mit seinem neuen Sender Sat.1 schon einmal zuversichtlich. Dort gab Carpendale auch Auskunft über die Neuerungen, die mit der Wiederbelebung der Game-Show einhergehen: „Das Grundgerüst ist ja bekannt und in seiner Einfachheit auch die Stärke der Show. Aber wir werden jetzt ein anderes Tempo vorlegen. Es wird schneller gespielt und trotzdem lernt man unsere Kandidaten besser kennen. Wie das geht? Tja, da müssen wir Männer jetzt ganz stark sein, denn die Koffermodels sind nicht mehr dabei. Ja, das musste auch ich erst mal verarbeiten (lacht). Aber stattdessen stehen da jetzt zwanzig Kandidaten, die im Laufe der Shows die Chance haben, 250.000 Euro mit nach Hause zu nehmen.“
Der „Bänker“ werde weiterhin dafür sorgen, dass die Bank einen Gewinn macht. Für Neueinsteiger: 20 Geldkoffer mit Geldbeträgen zwischen einem und 250.000 Euro befinden sich im Spiel, allerdings weiß der Kandidat nicht, in welchem Koffer sich welcher Betrag befindet und entscheidet sich anfangs für einen der 20 Koffer. Nacheinander lässt der Kandidat sechs Koffer der Bank öffnen, die aus dem Spiel ausscheiden. Basierend auf der Wahrscheinlichkeit des noch im Umlauf befindlichen Gelds, macht die „Bank“, vertreten durch den Moderator, dem Kandidaten ein Angebot, um ihm seinen anfangs ausgewählten Koffer abzukaufen. Nun kann der Kandidat entscheiden, ob er das Angebot annimmt oder weitere Koffer öffnen lässt, um vielleicht das Angebot noch in die Höhe zu treiben. Sollten Koffer mit hohen Geldbeträgen ausscheiden, korrigiert die Bank ihr Angebot jedoch nach unten. Nach etwaigen Schauspielrollen sieht sich Carpendale auch dazu in der Lage die Rolle des „charmanten Verführers“, der die Teilnehmer um einen hohen Gewinn bringen soll, adäquat auszuführen.
Sat.1 hatte mit der Show zwischenzeitlich bereits viel Spaß, allerdings wurden die schwächelnden Quoten der Sendung wie so oft zum Verhängnis. Nach größtenteils eher durchschnittlichen Werten seit dem Start 2004, schwang sich «Deal or no Deal» in der zweiten Jahreshälfte 2007 bis zu 15,6 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen auf. Ab Oktober 2008 ging es dann rapide bergab. Die Show verbuchte im Samstagvorabend nur etwas mehr als sieben Prozent in der Zielgruppe und war in der Folge der Absetzung geweiht. Umso bemerkenswerter, dass Sat.1 der Sendung gleich einen Sendeplatz in der Primetime zuspricht. Zuvor hatte «Deal or no Deal» nur in seinen ersten Jahren einen Sendeplatz um 20.15 Uhr inne. Gegenüber der „teleschau“ macht sich Carpendale aber keine Sorgen darüber, dass sie Zuschauer der Show noch immer überdrüssig sind: „Es stimmt natürlich, dass es die Show schon mal gab. Fakt ist aber auch, dass sie sehr erfolgreich war. Man kann natürlich immer so tun, als würde man brandneue Shows auf den Markt bringen. Aber um ehrlich zu sein, ist es meistens eine neue Verpackung mit schon dagewesenem Inhalt. Da präsentiere ich doch jetzt lieber das Original. Zumal die Marke «Deal or no Deal» nach wie vor sehr stark ist.“

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