„Es geht um Krieg und was er aus den Menschen macht – vor allem mit Jugendlichen“, beschreibt der ausführende Produzent Benjamin Benedict den dreiteiligen Fernsehfilm mit dem Arbeitstitel «Unsere Mütter, unsere Väter», der gerade von der Produktionsfirma teamWorx in Koproduktion mit dem ZDF und in Zusammenarbeit mit Betafilm entsteht. Jugend im Krieg – das ist auch das zentrale Thema, so Benedict weiter. Ein zeitgeschichtlicher Film soll es werden: «Unsere Mütter, unsere Väter» erzählt von fünf Jugendfreunden, für die der Zweite Weltkrieg alles verändert. Täglich stehen sie plötzlich vor der Entscheidung zwischen Leben und Tod. Die teamWorx-Macher um Regisseur Philipp Kadelbach, der zuletzt «Hindenburg» inszenierte, erzählen die Geschichten aus der Perspektive der damals handelnden Personen, geben tiefe – auch sehr intime – Einblicke. Man wolle „eine öffentlich-rechtliche Brücke zwischen der Jugend damals und der Generation heute“ bauen, sagen die Redakteure Alexander Bickel und Thorsten Ritsch. Für das ZDF ist das Unterfangen eine Chance, aber auch eine große Verantwortung, die hinter dieser großen Filmproduktion steckt.
Der Mainzer Sender will «Unsere Mütter, unsere Väter» voraussichtlich 2012 als Dreiteiler zeigen. Noch bis 2. August 2011 wird gedreht. Insgesamt 86 Drehtage wurden anberaumt. Wir besuchten das Set im Kölner Stadtteil Porz. Hier hat man eine Ruine, die im 19. Jahrhundert zur größten Befestigungsanlage des Dritten Reiches gehörte, für die Dreharbeiten umgestaltet. Der 48. Drehtag hat bereits begonnen. In Fort 9, das 1877 von den Preußen errichtet wurde und Teil des 42,5 km langen Kölner Festungsringes war, dienen die meterdicken Backstein-Gewölbe als Kulisse für die Motive „Militärlazarett an der russischen Front“ und „Partisanencamp in Polen“. Production Designer Thomas Stammer führt durch das Set. „Die Motive sind ein Kontrast zu den Gefecht-Szenen. Zum Ausdruck kommen das Provisorische an den Lazaretten und die verzweifelte Situation der Menschen dort“, erklärt er. Im Vorfeld mahnte der Denkmalschutz zur Vorsicht, jene Schilder mit der Aufschrift „Phosphor“ nicht zu beschädigen, plaudert Stammer aus dem Nähkästchen. Doch die sind gar nicht echt, sondern stammen noch von den Dreharbeiten zu «Dresden», das von teamWorx zum Teil bereits hier produziert wurde. Production Designer Thomas Stammer grinst über diese Anekdote.
Die Ausstattung ist sehr nahe am Original. „Es ist eine Mischung aus alten Sachen und Dingen, die gebaut wurden“, weiß Stammer zu berichten. Das ist oftmals kein ganz einfacher Prozess. Altersspuren sollen die Requisiten schließlich aufweisen, Gebrauchsspuren aber sind weniger gut. Gebrauchte Sachen werden daher meist erst erneuert, um dann wieder „alt gemacht“ zu werden. „Der Anspruch an Realismus ist sehr hoch“, beteuert Production Designer Thomas Stammer. Damit das möglichst authentisch gelingt, standen Thomas Stammer am Set in Köln-Porz drei historische Berater und eine medizinische Beraterin zur Seite. Das Künstlerische habe aber immer die Oberhand behalten, bekräftigt Stammer. Filmisch verfolgt man am Set von «Unsere Mütter, unsere Väter» ohnehin einen eigenen Ansatz: Die Erzählperspektive soll ein möglichst authentisches Gefühl bieten und eine Reflektionsebene schaffen. Die Erinnerungen an die damalige Zeit müssen anekdotisch beschrieben werden, meint Thomas Stammer. • Unsere Mütter • unsere Väter • ZDF • teamworx
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