Ein ungewöhnliches Zusammentreffen zweier ehemaliger beziehungsweise aktiver Komiker: Jan Böhmermann hat für das «ZDF Magazin Royale» den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj interviewt. Im Mittelpunkt des Gesprächs stehen der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, die politischen Entwicklungen in den Vereinigten Staaten und Selenskyjs bemerkenswerter Weg vom Unterhaltungskünstler zum Staatsoberhaupt. Das vollständige Interview ist seit Mittwoch, dem 4. November 2026, im Streamingportal des ZDF und auf YouTube verfügbar. Im linearen Fernsehen wird es am Freitag, den 6. November, um 23.00 Uhr im Rahmen des «ZDF Magazin Royale» ausgestrahlt.Besondere Aufmerksamkeit widmet das Gespräch den amerikanischen Zwischenwahlen, bei denen die Demokraten einen deutlichen Erfolg erzielt haben. Selenskyj äußert sich erstmals nach den Wahlen zu den möglichen Auswirkungen auf die Unterstützung seines Landes. Auf die Frage, welche Bedeutung der Wahlausgang für die Ukraine habe, antwortet der Präsident: „Ich bin den Republikanern auch dankbar, aber die Demokraten sprechen sehr klar von einer Unterstützung der Ukraine, von Hilfe an die Ukraine. Sie sprechen von der Erneuerung der Verbindung zwischen den USA und Europa.[...] Deswegen gibt es die Hoffnung, dass es zu einem Machtgleichgewicht kommt und dass wir mehr Unterstützung bekommen.“
Der ukrainische Präsident verbindet mit den veränderten politischen Mehrheitsverhältnissen in Washington insbesondere die Hoffnung auf zusätzliche finanzielle und militärische Hilfen. Dabei geht es auch um die Frage, ob eine stärkere amerikanische Unterstützung die Position Russlands beeinflussen könnte. Selenskyj erklärt dazu: „Wenn der Kongress jetzt von einer starken finanziellen Unterstützung oder Unterstützung durch Waffen spricht, so wie Europa das heute macht und zeigt, dann wird das etwas Positives sein, das Putin beeinflussen wird.“
Ein weiteres Thema ist der amerikanische Unternehmer Elon Musk, dessen Unternehmen SpaceX mit dem Satellitennetzwerk Starlink eine wichtige Rolle für die Kommunikation in der Ukraine spielt. Gleichzeitig hat sich Musk mit seinen politischen Äußerungen und seiner Haltung zum Krieg wiederholt in die öffentliche Debatte eingeschaltet. Selenskyj unterscheidet im Interview zwischen der technischen Unterstützung und der politischen Position des Unternehmers: „Wir sind SpaceX dankbar dafür, dass sie uns die Verbindung zur Verfügung stellen. Das war zu Beginn des Krieges sehr hilfreich. Aber wir müssen da ganz klar sein: Natürlich gefällt uns seine Haltung zu diesem Krieg nicht.“
Neben den politischen Fragen greift Böhmermann auch persönlichere und überraschende Themen auf. So sprechen die beiden über den britischen Musiker James Blunt und das Skifahren im österreichischen Ischgl. Darüber hinaus geht es um Selenskyjs frühere Karriere als Komiker und Schauspieler, bevor er 2019 zum ukrainischen Präsidenten gewählt wurde. Gerade dieser berufliche Hintergrund schafft eine besondere Verbindung zwischen dem Staatsoberhaupt und dem deutschen Satiriker, der selbst seit vielen Jahren politische Themen mit Unterhaltung verbindet.







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