David Zaslav verlässt Warner Bros. Discovery mit einer beträchtlichen Auszahlung. Wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht, stehen dem bisherigen Präsidenten und Vorstandsvorsitzenden nach dem Vollzug der Übernahme insgesamt 606,1 Millionen US-Dollar zu. Die Transaktion wurde am 6. Oktober abgeschlossen. Zaslav hatte Warner Bros. Discovery seit dem Zusammenschluss von WarnerMedia und Discovery vor mehr als vier Jahren geführt.Bei der Summe handelt es sich um Erlöse aus Unternehmensaktien und aktienbasierten Vergütungsbestandteilen. Dazu zählen auch bislang an Bedingungen geknüpfte Aktienrechte, die mit dem Abschluss der Übernahme in Ansprüche auf eine Barauszahlung umgewandelt wurden. Allein die berücksichtigten Aktienoptionen haben einen Wert von 381,7 Millionen US-Dollar. Auf die jeweiligen Auszahlungen fallen Steuern an, sodass die genannten Beträge nicht Zaslavs Nettoerlös entsprechen.
Nicht sämtliche Optionen des Managers erwiesen sich allerdings als wertvoll: Weitere 14,98 Millionen Aktienoptionen verfielen wertlos, weil ihre Ausübungspreise über dem Übernahmepreis von 31,0167 US-Dollar je Aktie lagen. Unabhängig von der nun ausgewiesenen Auszahlung hatte Zaslav seit der Vereinbarung mit Paramount im Februar bereits Warner-Bros.-Discovery-Aktien im Wert von annähernd 200 Millionen US-Dollar verkauft.
Die Übernahme durch David Ellisons Paramount führt zugleich zu einem umfangreichen Wechsel in der Führungsebene. Neben Zaslav verlassen unter anderem Finanzchef Gunnar Wiedenfels sowie Bruce Campbell, bislang für Erlöse und Strategie verantwortlich, das Unternehmen. Auch Pamela Abdy und Michael De Luca, die gemeinsam die Warner Bros. Motion Picture Group führten, sowie Scott Miller, Präsident für den Vertrieb von Fernsehsendern und Streamingangeboten, gehören zu den ausscheidenden Führungskräften.
Auch weitere Spitzenmanager profitieren finanziell von der Transaktion. Zu den Empfängern von Millionenzahlungen zählen Wiedenfels, Campbell, der bisherige internationale Konzernchef Gerhard Zeiler und JB Perrette. Letzterer war bei Warner Bros. Discovery für Streaming und Spiele zuständig und ist inzwischen zu Ellisons Skydance gewechselt. Dort übernimmt er die Funktionen des Co-Chairman und Chief Business Officer sowohl für Skydance TV als auch für die Streamingdivision Skydance DTC.
Die hohen Vergütungen waren bei den Aktionären zuletzt auf deutlichen Widerstand gestoßen. Auf der Hauptversammlung im Juni votierte eine Mehrheit gegen die vorgesehenen Abfindungs- und Ausstiegspakete für Zaslav und weitere Führungskräfte sowie gegen deren Vergütungspläne für 2025. Die Abstimmungen hatten allerdings lediglich symbolischen Charakter. Zaslav gehörte bereits zuvor zu den bestbezahlten Managern der Medienbranche: Sein Vergütungspaket für 2025 belief sich auf 165 Millionen US-Dollar.
Darin enthalten war eine einmalige Zuteilung von Aktienoptionen mit einem damaligen Wert von 109,6 Millionen US-Dollar. Warner Bros. Discovery hatte diese im Juni 2025 für Zaslavs Arbeit an der geplanten Aufspaltung des Konzerns gewährt. Vorgesehen waren zwei börsennotierte Unternehmen: eines mit HBO, HBO Max und dem Studiogeschäft, ein weiteres vor allem mit den linearen Fernsehsendern, Discovery+ und zusätzlichen Vermögenswerten. Durch den Verkauf an Paramount Skydance wurde diese Aufspaltung letztlich nicht umgesetzt.
Zaslavs Amtszeit war zugleich von Stellenstreichungen und dem Abbau der hohen Schuldenlast geprägt. Die Bruttoschulden von Warner Bros. Discovery sanken von 53 Milliarden US-Dollar Mitte 2022 auf 33,1 Milliarden US-Dollar im Juni 2026. Mit der Übernahme gehen diese Verbindlichkeiten auf den neuen Konzern über, dessen Schuldenlast sich insgesamt auf rund 80 Milliarden US-Dollar beläuft.







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