TV-News

«ARD History» rollt das Staatsgeheimnis RAF neu auf

von

Claus Räfle rekonstruiert, wie die DDR zehn gesuchten RAF-Aussteigern neue Identitäten verschaffte. Im Zentrum steht das Leben von Silke Maier-Witt als vermeintlich unauffällige DDR-Bürgerin.

Das Erste schließt seinen Informationsabend am Montag, 12. Oktober, mit einem zeitgeschichtlichen Doku-Thriller ab. Um 23.35 Uhr läuft «ARD History» mit «Staatsgeheimnis RAF – Terroristen in der DDR». Der Film von Claus Räfle steht bereits vom 7. Oktober an in der ARD Mediathek zur Verfügung. Ab dem Spätsommer 1980 tauchten zehn ehemalige Mitglieder der Roten Armee Fraktion in der DDR unter. Im geheimen „Objekt 74“ des Ministeriums für Staatssicherheit bei Briesen wurden sie auf ein neues Leben vorbereitet, erhielten gefälschte Dokumente und nahmen andere Identitäten an. Während die westdeutschen Behörden nach ihnen fahndeten, sollten sie sich im Osten ein möglichst unauffälliges bürgerliches Leben aufbauen.

Im Mittelpunkt steht Silke Maier-Witt, die zur zweiten Generation der RAF gehörte und an der Entführung des später ermordeten Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer beteiligt war. In der DDR wurde aus der gesuchten Terroristin zunächst Angelika Gerlach, eine Krankenschwester. Als neue RAF-Anschläge in der Bundesrepublik den Fahndungsdruck erhöhten, versetzte die Staatssicherheit sie unter dem Namen Sylvia Beyer nach Neubrandenburg. Nach dem Mauerfall wurde Maier-Witt 1990 verhaftet. Sie kooperierte später mit den Ermittlern und kam nach fünfjähriger Haft auf Bewährung frei.

Räfle spricht mit Maier-Witt sowie weiteren Zeitzeugen und Experten über die Zusammenarbeit zwischen Staatssicherheit und RAF. Die DDR musste das geheime Asyl unbedingt verbergen, weil ein Bekanntwerden die innerdeutschen Beziehungen und damit auch die finanzielle Unterstützung aus Bonn gefährdet hätte. Archivmaterial und Interviews werden mit KI-animierten Szenen von Helmut Fischer und Parviz Balucci verbunden. Räfle greift damit erneut das Thema gewechselter Identitäten auf, das bereits sein Doku-Drama «Die Unsichtbaren – Wir wollen leben» prägte.

Kurz-URL: qmde.de/175879
Finde ich...
super
schade
Teile ich auf...
Kontakt
vorheriger ArtikelNetflix macht Japan in «Quiztopia» zur tödlichen Gameshownächster ArtikelDie Kritiker: «Spyon»
Schreibe den ersten Kommentar zum Artikel
Weitere Neuigkeiten

Letzte Meldungen


Mehr aus diesem Ressort


Jobs » Vollzeit, Teilzeit, Praktika

◄
►

Surftipp


Surftipps

Fortune Relations

Fortune Relations is committed to building strong digital partnerships and connecting businesses with quality audiences worldwide.

Contact Us:
info@fortunerelations.com


Werbung