RTL zieht bei einer seiner dienstältesten Dailysoaps den Stecker. Konkret betroffen von der Einstellung ist die UFA-Produktion «Unter Uns», die sich seit 1994 im täglichen Programm-Ablauf (17.30 Uhr) des Kölner Kanals wiederfand. Zumindest für RTL endet die Produktion zum Jahresende 2026. Die Ausstrahlung der verbliebenen Episoden bei RTL und RTL+ reicht noch bis März 2027. Ob eine Fortführung der Marke auf anderem Wege vielleicht doch noch realisiert werden kann, ist Stand jetzt unklar - die Produktionsfirma will zumindest Optionen ausloten. Schaut man sich die derzeitige Quoten-Entwicklung an, wird das wohl eine große Herausforderung werden... Zum Wochenstart kam die Daily zumindest mal sehr behäbig ins Rollen. Die Einschaltzahlen in der wichtigen Zielgruppe bewegten sich vielmehr auf einem äußerst dürftigen Niveau und beliefen sich nur auf 0,06 Millionen zu völlig ernüchternden 4,6 Prozent. Das lag meilenweit unter dem Senderschnitt von RTL. Insgesamt sahen übrigens 0,60 Millionen Menschen zu allerhöchstens noch durchwachsenen 5,7 Prozent zu - ein wirklicher Erfolg ist aber auch das nicht.
Vom Marktanteil verbessert, aber weiter nicht gut sah es dann am Dienstag aus. Gesteigerte aber weiter sehr trübe 6,1 Prozent standen auf dem Tacho, für die es schon reichte, die bescheidene Reichweite vom Vortag minimal auf 0,07 Millionen anzuheben. Mit 5,7 Prozent bei 0,55 Millionen sah es beim Gesamtpublikum trotz beständigem Anteil noch etwas schwächer aus als 24 Stunden zuvor.
Dass es auf verhaltenem Level noch weiter bergab gehen sollte, wurde zur Wochenmitte deutlich: Bloß noch 0,47 Millionen ab drei Jahren verringerten den Anteil weiter auf 5,1 Prozent. Bei den 14-49-Jährigen fischte man gleichermaßen im Trüben wie bereits am Vortag - 0,07 Millionen wurden reproduziert, die lediglich 6,2 Prozent ermöglichten.
Ärgerlich zudem, dass es am Donnerstag keine Verbesserung setzte. An jenem Datum schalteten anhaltend dezimierte 0,07 Millionen 14-49-Jährige zu, die zu einem an diesem Tag noch haarigeren Marktwert von resignativen 5,3 Prozent führten. Inklusive der älteren Zuschauenden war die Sendung auch an diesem Ausstrahlungstermin mit 5,0 Prozent (0,50 Millionen) im unbefriedigenden Terrain zugegen.
Eine tatsächlich noch erschreckendere Entwicklung kennzeichnete den aktuellen Wochenabschluss: Extrem desolate 3,7 Prozent bei 0,04 Millionen Neugierigen formierten sich lediglich am Markt der Werberelevanten. Am Gesamtmarkt war die RTL-Sendung an diesem Ausstrahlungstermin mit 5,2 Prozent (0,51 Millionen) kaum optimiert unterwegs.Übergeordnet muss die «Unter Uns»-Woche als Fehlschlag resümiert werden. Ein anheben des kriselnden Niveaus der lädierten Soap ließ sich nicht ausmachen - zumindest im Linearen konnten im Vergleich zu den Vorwochen keine Impulse bei Interessierten ausgelöst werden. Übergeordnet handelt es sich beim aktuellen Zustand der Daily um eine Verschärfung einer Negativentwicklung, die etwa ab Herbst 2025 zunehmend beschleunigt wurde. Seitdem erreichte die UFA-Serie nur noch ganz selten mal zweistellige Anteile bei den 14-49-Jährigen und fiel dauerhaft unter 0,10 Millionen in diesem Segment - verbunden mit mangelhaften Anteilen um fünf und sechs Prozent.
Auch wenn man die älteren Zuschauer inkludiert, setzte sich ein sowieso schon beobachtbarer Abwärtstrend der letzten Jahre weiter fort: Von 0,60 bis 0,80 Millionen ging es in den letzten zwölf Monaten immer mehr gen 0,50 Millionen oder sogar noch tiefer. Prozentual etablierte sich eine Tristesse meist um fünf Prozent - zuvor eh schon ausbaufähige sechs und sieben Prozent wurden noch deutlich seltener. Anzumerken ist, dass auch bei dieser Daily eine gewisse Verschiebung ins Streaming stattgefunden hat. Bei den Programm-Marken kommt die Produktion zwar regelmäßig vor, dort lag sie zuletzt aber bei ausbaufähigen 0,26 Millionen Kontakten, die deutlich hinter den anderen beiden UFA-Soaps zu suchen waren und damit die lineare Schwäche sicherlich nicht vollumfänglich ausgleichen können.
Vor diesem Hintergrund erscheint die Absetzungs-Entscheidung von RTL nicht nur konsequent, sondern strenggenommen bereits überfällig, selbst wenn es für die kreativ Beteiligten und eingebundenen Darsteller sicher ein bitterer Schlag ist.







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