Die finale Staffel der Serie «Outer Banks» startet emotional mit einem Blick in die Vergangenheit, der zeigt, wie sich Kiara (Madison Bailey) und JJ (Rudy Pankow) kennengelernt haben. Zurück in der Gegenwart zeigt sich die Realität: JJ ist tot, Sarah (Madelyn Cline) ist schwanger und die Pogues stehen erneut vor einer scheinbar unmöglichen Aufgabe. Sie wollen die blaue Krone finden – ein mysteriöses Artefakt, dem nachgesagt wird, es könne Tote zurückbringen und sei zudem sehr viel wert.Ihre Suche sollte sie eigentlich von Marokko nach Lissabon führen. Diesen Weg tritt die Gruppe mit einem Boot an, für dessen Fahrt sie viel Geld zahlen musste. Dass die Überfahrt nicht reibungslos verläuft, lässt sich bereits am Anfang vermuten. Als sie dann – anders als geplant – in Spanien ankommen, müssen sie feststellen, dass sie erneut auf der falschen Spur sind. Ihr Weg führt sie schließlich nach Dubrovnik in Kroatien. Dort soll sich Chandler Gruff (J. Anthony Crane) aufhalten, um die Krone zu verkaufen. Gruff und die Pogues sind allerdings nicht die Einzigen, die hinter der blauen Krone her sind. Es kommt zu wilden Verfolgungsjagden durch die Stadt.
Schließlich werden die Pogues in Kroatien festgenommen und zurück nach Kildare Island geschickt – bis auf Cleo (Carlacia Grant): Sie muss zurück auf die Bahamas. Kaum angekommen, wird Pope (Jonathan Daviss) sofort verhaftet. Er muss einen Monat lang ins Gefängnis, weil er in Staffel vier seine elektronische Fußfessel entfernt hatte. Dieser Aufenthalt setzt ihm stark zu. Nach seiner Entlassung ist er niedergeschlagen, zieht sich zurück und beginnt zudem wieder, Gras zu rauchen. Die Pogues haben kein Zuhause mehr und sind in der Stadt unbeliebter denn je. Sarah und John B. (Chase Stokes) kommen zunächst bei Popes Eltern und anschließend in einer kleinen Fischerhütte unter. Für die schwangere Sarah ist das jedoch keine langfristige Lösung und die beiden müssen dringend Geld auftreiben.Durch Zufall findet John B. eine große Tasche voller Gras auf dem Wasser und verkauft sie an den örtlichen Drogendealer Barry (Nicholas Cirillo). Doch die eigentlichen Besitzer tauchen bald auf und John B. muss einen Weg finden, die Drogen zurückzubekommen. Auch für Rafe (Drew Starkey), Sarahs Bruder, läuft es nicht gut: Sein Haus wird zwangsgeräumt und später in der Staffel wird der Fall um Sheriff Peterkin aufgrund eines Hinweises von Gruff auf den wahren Mörder erneut aufgenommen. Somit wird Rafe auf ganz Kildare Island gesucht. Auch Sofia (Fiona Palomo) wird darin verwickelt. Während John B. und Pope sich immer weiter in Schwierigkeiten bringen, um an Geld heranzukommen, taucht Gruff wieder in den Outer Banks auf – doch mangels Beweisen kann er nicht verhaftet werden. Seine neue Beziehung überrascht nicht nur die Pogues, sondern auch die Zuschauerinnen und Zuschauer.
John B. und Sarah machen sich schließlich auf den Weg nach New Orleans, wo Sarahs Mutter lebt. Sie vermuten, dort etwas Wichtiges zu finden. Doch auch hier werden die beiden verfolgt und es läuft nicht so reibungslos wie erhofft. Schließlich führt ihre Reise nach Aserbaidschan – jedoch ohne Cleo. Ob die Pogues ihr Leben wieder in den Griff bekommen und die Krone finden können, zeigt die finale Staffel auf Netflix.
«Outer Banks» ist eine Serie, die von Anfang an auf einem klaren Versprechen aufgebaut war: Abenteuer, Freundschaft, Sonne, Gefahr und ein ganz besonderer Schatz. Über fünf Staffeln hinweg hat die Serie seit 2020 dieses Versprechen weitgehend eingelöst. Sie kombiniert jugendliche Leichtigkeit mit einer überraschend düsteren Grundspannung, die sich von Staffel zu Staffel intensiviert.Die Serie lebt weniger von realistischer Logik als von ihrem Tempo, ihren Wendungen und dem Gefühl, Teil einer Gruppe zu sein, die sich gegen die ganze Welt stellt. Genau das macht «Outer Banks» für viele Fans so attraktiv: Die Pogues sind nicht nur Figuren, sondern ein Lebensgefühl. Außerdem sind die Zuschauerinnen und Zuschauer sowohl bei der Entwicklung der Charaktere von Anfang an dabei als auch bei der Veränderung der Gruppe – etwa durch den Zuwachs von Cleo und Sarah oder den Verlust von JJ.
Auch das realistische Setting und die Drehorte führen dazu, dass man sich stark in die Geschichte hineinversetzen kann. Gedreht wurde zwar nicht an den echten Outer Banks in North Carolina, sondern rund um Charleston in South Carolina, doch die Atmosphäre bleibt überzeugend. Auch die internationalen Szenen, etwa in Marokko, wurden tatsächlich vor Ort gefilmt.
Die langen Wartezeiten zwischen den Staffeln waren für die Fangemeinde oft frustrierend – besonders, weil das Ende einer Staffel regelmäßig sehr spannend gestaltet war. Rückblickend lässt sich jedoch sagen, dass die Pausen der Serie eher genutzt als geschadet haben. Jede Staffel kam mit spürbar größerem Produktionsaufwand zurück: neue internationale Schauplätze, größere Actionszenen und eine immer weiter eskalierende Mythologie. Für manche mag diese Fortsetzung der Geschichte jedoch etwas zu konstruiert und in die Länge gezogen erscheinen.Wer «Outer Banks» wegen seiner emotionalen Bindung zu den Figuren schaut, bekam in den späteren Staffeln deutlich mehr Tiefe, mehr Konflikte und eine stärkere Figurenentwicklung. Auch wer die Serie vor allem wegen der Schatzjagd liebt, wird nicht enttäuscht. Die Abenteuer werden immer größer, je weiter die Serie voranschreitet. Kritisch bleibt jedoch: Die Serie hat sich mit jeder Staffel weiter von ihrer ursprünglichen Bodenständigkeit entfernt. Die Wartezeiten haben die Erwartungen hochgeschraubt und nicht jede Staffel konnte diese vollständig erfüllen. Trotzdem bleibt «Outer Banks» am Ende ein Format, das seine Identität nie verloren hat: eine moderne Abenteuerserie mit spannenden Charakteren. Und genau deshalb war das Warten für viele Fans am Ende doch lohnenswert.
Die letzte Staffel von «Outer Banks» ist seit 20. August bei Netflix abrufbar.







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