Wer zeigt welche Spiele: Die Rechtesituation im Überblick
Die Telekom hält die zentralen Übertragungsrechte für alle 104 WM-Partien in Deutschland und überträgt sie vollständig über MagentaTV, davon 44 Begegnungen exklusiv. Wer das Turnier ohne Lücken verfolgen möchte, kommt an diesem Angebot nicht vorbei. ARD und ZDF haben per Sublizenz ein Paket von je 30 Spielen erworben, also insgesamt 60 Partien, darunter alle Spiele der deutschen Nationalmannschaft, das Eröffnungsspiel, beide Halbfinals und das Finale. Grundlage dafür ist der Medienstaatsvertrag, der vorschreibt, dass Spiele mit DFB-Beteiligung sowie Ereignisse von erheblicher gesellschaftlicher Bedeutung im frei empfangbaren Fernsehen ausgestrahlt werden müssen. Das ZDF überträgt das Eröffnungsspiel am 11. Juni zwischen Mexiko und Südafrika sowie das Finale am 19. Juli.
Wer die Gruppenphase genau im Blick behalten will, findet auf der Seite mit dem WM26 Spielplan zum Ausdrucken alle Anstoßzeiten und Paarungen übersichtlich aufbereitet, inklusive der deutschen Vorrundenspiele gegen Curaçao (14. Juni, ARD), die Elfenbeinküste (20. Juni, ZDF) und Ecuador (25. Juni, ARD).
Einschaltquoten im historischen Vergleich
Die Ausgangslage für Quotenmessungen war bei keinem Turnier so unterschiedlich wie im Vergleich der letzten drei Weltmeisterschaften. Das WM-Finale 2014 zwischen Deutschland und Argentinien erzielte mit durchschnittlich 34,65 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 86,3 Prozent den bis heute gültigen deutschen TV-Quotenrekord überhaupt. Noch etwas höher lag der Marktanteil beim Halbfinale gegen Brasilien, das 32,57 Millionen Menschen im ZDF verfolgten und einen Marktanteil von 87,8 Prozent erreichte. Diese Zahlen definieren den Maßstab, an dem alle folgenden Turniere gemessen werden.
Das WM-Finale 2018 in Russland schalteten noch 21,3 Millionen Zuschauer ein, Marktanteil 76,1 Prozent. In Katar 2022 brach die Quote dramatisch ein: Das Finale zwischen Argentinien und Frankreich verfolgten nur noch 13,86 Millionen Menschen in der ARD, was einem Marktanteil von 53,6 Prozent entsprach. Das ZDF bezifferte den Gesamtrückgang gegenüber vergleichbaren Turnieren auf 30 bis 40 Prozent. Gründe dafür waren neben dem frühen Ausscheiden der DFB-Elf auch die ungewöhnliche Austragung im Winter sowie anhaltende Debatten über die Vergabe des Turniers.
Die WM 2026 setzte mit dem Auftaktspiel der deutschen Mannschaft ein erstes Ausrufezeichen. Deutschland gegen Curaçao sahen 23,43 Millionen Menschen in der ARD, bei einem Marktanteil von 46,5 Prozent im Gesamtpublikum und 65,6 Prozent in der Altersgruppe der 14- bis 49-Jährigen. Zum Vergleich: Der deutsche WM-Auftakt 2022 gegen Japan, damals mittwochs um 14 Uhr, hatte lediglich 9,23 Millionen Zuschauer angezogen.
Nachtspiele und ihre Auswirkungen auf die Planung
Die Austragung in Nordamerika bringt für das deutsche Publikum eine strukturelle Herausforderung mit sich, die so kein anderes Turnier kannte. Es gibt insgesamt 16 verschiedene Anstoßzeiten. Die frühesten Spiele beginnen um 18 Uhr, der späteste oder früheste Anpfiff liegt je nach Perspektive bei 6 Uhr morgens. Dieser Faktor beeinflusst nicht nur das Zuschauerverhalten im linearen TV, er verändert auch die Relevanz der Mediatheken grundlegend.
ARD und ZDF reagieren darauf mit einer parallelen Verfügbarkeit aller Free-TV-Spiele in der ARD Mediathek und der ZDFmediathek. MagentaTV ergänzt das Angebot durch eine 7-Tage-Replay-Funktion sowie Konferenzschaltungen an den letzten Spieltagen jeder der zwölf Gruppen. Für Redaktionen wie quotenmeter.de, die tägliche Quotenberichte erstellen, bedeutet das Turnier deshalb einen ungewohnt breiten Messkorridor: Manche Spiele produzieren ihre Reichweite um Mitternacht, andere früh am Morgen. Die klassische Primetime verliert als Bezugsgröße an Bedeutung, während zeitversetzte Abrufe an Gewicht gewinnen.
Ob die WM 2026 die Einschaltquoten wieder in Richtung der Werte von 2014 treiben kann, hängt am Ende vom sportlichen Verlauf der deutschen Mannschaft. Das haben die Zahlen der vergangenen Jahrzehnte mit aller Deutlichkeit gezeigt.





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