Quotencheck

«Ab durch die Mitte – Das schnellste Quiz der Welt»

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Die Quoten der neuen Sat.1-Vorabendshow waren zweifelsohne schlecht, konnten sich aber immerhin auf einem niedrigen Niveau stabilisieren.

Um die sinkenden Quoten am Vorabend zu stoppen, testete Sat.1 in den vergangenen drei Wochen etwas völlig neues: Um 18.30 Uhr zeigte man eine neue Gameshow, das Magazin «push» wurde um 15 Minuten verlängert und durfte anschließend schon um 19.15 Uhr ran. Doch die Testwochen von «Ab durch die Mitte – Das schnellste Quiz der Welt» liefen so miserabel, dass nach nur drei von vier angekündigten Wochen wieder Schluss war (wir berichteten). Geschah das aus Quotensicht zu Recht oder war das eine voreilige Reaktion von Sat.1? Unsere Quotenanalyse wird dem auf den Grund gehen.

Der Start verlief ziemlich schleppend: Gerade einmal 1,27 Millionen Zuschauer ab drei Jahren schalteten die erste Ausgabe am 2. Juli 2012 ein, das entsprach einem Marktanteil von 7,1 Prozent. Damit lag man deutlich unter dem Senderschnitt, der sich im Juni auf 8,9 Prozent belief. In der werberelevanten Zielgruppe fiel der Marktanteil mit 7,0 Prozent sogar noch etwas niedriger aus als bei allen, 0,43 Millionen 14- bis 49-Jährige sahen zu. Auch in den darauffolgenden Tagen waren die Marktanteile in beiden Gruppen etwa gleich hoch. Tag zwei brachte leichte Besserung, der Marktanteil in der Zielgruppe steigerte sich auf 8,2 Prozent. Bei allen wurden 8,1 Prozent gemessen.

Und auch am dritten Tag sollte es nach oben gehen. 9,2 Prozent Marktanteil standen auf dem Papier. 1,22 Millionen sahen am Mittwoch insgesamt zu. Dann ging es plötzlich nach unten. Am Donnerstag waren nicht mehr als 6,6 Prozent Marktanteil drin. Die Zuschauerzahl krachte auf 1,17 Millionen. Umso besser lief es dafür zum Wochenende. Die Freitags-Ausgabe lockte 1,42 Millionen Menschen an, wovon sich 0,50 Millionen im werberelevanten Alter befanden. Das hatte Marktanteile von 9,4 und 9,8 Prozent zur Folge. Natürlich waren das immer noch keine Werte, die Sat.1 hätten zufrieden stellen können, aber es waren immerhin die höchsten bislang. Besser sollte es tatsächlich nicht mehr werden.

Woche eins kam durchschnittlich auf 8,2 Prozent der jungen Leute, Woche zwei gar nur auf 8,1 Prozent. Das höchste der Gefühle waren die 8,6 Prozent vom 12. Juli (Donnerstag). Am schlechtesten lief es einen Tag davor, als nur 6,2 Prozent der Umworbenen ermittelt wurden. Sonst blieben die Werte aber stabil – eben um acht Prozent. Die dritte Woche setzte aber noch eins oben drauf – im negativen Sinne. Der Start der Woche verlief mit Marktanteilen von 8,8 bzw. 7,9 Prozent noch gewohnt schlecht. Am Mittwoch jedoch hagelte es katastrophale 5,9 Prozent Marktanteil, nur noch 0,32 Millionen 14- bis 49-Jährige hatten zugesehen. Hier wurde einmal mehr deutlich, dass das Format ein tendenziell zu altes Publikum anspricht: Denn beim Gesamtpublikum wurden 7,0 Prozent Marktanteil generiert. An jenem Tag wurde dann auch publik, dass der Sender die Show schon nach drei anstatt vier geplanten Testwochen wieder absetzen wird.

Die Quoten waren einfach zu schlecht. Und im Nachhinein könnte sich diese Entscheidung als richtig erweisen. Auch am Donnerstag und Freitag war mit Marktanteilen von 6,0 und 7,3 Prozent nichts mehr zu holen. Sat.1 hat die Hoffnung also wieder aufgegeben und greift nun auf ein altbekanntes Format zurück: «K11». Die Doku-Soap wird seit dieser Woche wieder in Doppelfolgen ausgestrahlt.

Bleibt also nur noch die Abrechnung mit «Ab durch die Mitte»: Im Schnitt kamen die 15 gesendeten Ausgaben auf 1,30 Millionen Zuschauer, der dazugehörige Marktanteil lag bei 7,7 Prozent. Ebenso schlecht lief es bei den wichtigen Werberelevanten: Aus 0,44 Millionen Jungen resultierten gerade einmal 7,8 Prozent Marktanteil – das ist zu wenig für einen Sender wie Sat.1. Im Mittel kommt der Privatsender in dieser Gruppe nämlich auf knapp zehn Prozent. Demnach besteht weiterhin Handlungsbedarf. Und eines scheint jetzt schon festzustehen: Nur mit «K11» – das vor dem Vorabend-Test ebenfalls schwächelte – wird man den Vorabend nicht sanieren können.

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