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«What About Brian»

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Eine lange Geschichte hatte die kurzlebige ABC-Soap. Und wurde mitten in einer Phase entwickelt, in welcher ABC überhaupt kein Glück mit neuen Serien hatte.

Bevor der Frauensender sixx am Wochenende mit der Ausstrahlung der zweiten Staffel von «What About Brian» beginnt, sei hier noch schnell erörtert, dass die kurzlebige Serie ein aufregendes Leben hatte. Als Midseason-Ersatz auf ABC zum Einsatz gekommen, als einzige neue Serie überraschend verlängert worden, die Entlassung des Autorenstabs, welche zu einer kreativen Neuausrichtung der Serie führte, sowie ein interessantes Duell in den Quoten während der zweiten Staffel mit NBC. Bei dieser Geschichte fragt man sich irgendwie zurecht, warum «What About Brian» kein Erfolg bei den Zuschauern war, und warum die Serie nach 24 Episoden sein doch erwartetes Ende fand.

Das TV-Jahr 2005/2006 war für ABC nicht gerade ein Erfolg. Obwohl das Dreieck des Erfolges – «Lost», «Desperate Housewives» und «Grey's Anatomy» – in ihrer jeweils zweiten Staffel, einen Quotenrekord nach den anderen gebrochen haben, landeten die neuen Serien des Senders schnell auf dem Fernsehfriedhof. Von den elf fiktionalen Formaten, welches ABC in diesem TV-Jahr ausstrahlte, schafften es nur drei auf eine (halbwegs) volle Staffel – nur um dann Ende des Jahres nicht für eine zweite Staffel verlängert zu werden – während der Rest sang- und klanglos unterging. Bis auf eine Ausnahme, die den Titel «What About Brian» trug. Doch auch hier waren die ABC-Bosse nicht begeistert über die Serie. Sieben Episoden wurden für die erste Staffel produziert, doch ABC hat sich entschieden, innerhalb von vier Wochen nur fünf auszustrahlen. Und bevor die Serie ihre Premiere am 16. April 2006 feiern konnte, wurde der komplette Pilot noch einmal verändert. Polly Shannon, die Darstellerin der Marjorie, wurde durch Sarah Lancaster ersetzt, Szenen wurden rausgeschnitten, neue wurden gedreht, und die Chronologie der gesamten Episode wurde von Grund auf verändert. Das war für ABC jedoch noch nicht genug. Im Falle einer Verlängerung war ABC auch bereit, den Autorenstab rund um Serienentwicklerin Dana Stevens, zu entlassen und einen neuen Stab anzuheuern.

Nach fünf ausgestrahlten Episoden zwischen dem 16. April und dem 8. Mai fand ABC die Quoten offenbar gut genug, dass die Bestellung einer zweiten Staffel gerechtfertigt war. Obwohl mit mehr als acht Millionen Zuschauer nach der Premiere (welche nach «Desperate Housewives» am Sonntag rund 12,5 Millionen Zuschauer anzog) nichts mehr zu holen war, geschah es, und mit der Bestellung kam Produzent und Autor Josh Reims zu «What About Brian» hinzu und übernahm den kreativen Teil der Serie. Die zwei nicht ausgestrahlten Episoden wurden für die zweite Staffel nicht berücksichtigt und ungesehen in die Archive verbannt (eine der beiden Folgen hat es inzwischen auf die DVD-Box der Serie geschafft), während die neuen Autoren einiges an Veränderungen an der Serie vornahmen. Angelo-Darsteller Raoul Bova wurde in der Staffelpremiere aus der Serie geschrieben, Sarah Lancasters Rolle bekam immer weniger Sendezeit und war mitten in der Staffel sogar komplett verschwunden. Als Ersatz kam Tiffani Thiessen fünf Episoden vor Schluss hinzu, aber nicht mal sie konnte «What About Brian» vor der Absetzung retten. Am Ende hatte ABC immer noch kein allzu großes Vertrauen in die Serie und orderte nur sechs neue Drehbücher. Eine volle zweite Staffel gab es für das Drama nicht und so endete es nach 24 Episoden am 26. März 2007 mit einem Happy End für die Charaktere.

Unter den Serienfanatikern gab es auch eine kleine Diskussion, welche das direkte Duell von «What About Brian» gegen NBCs «Studio 60 on the Sunset Strip» betraf: Zuschauer waren mehr interessiert in ein soapähnliches Comedydrama, welches nur durchschnittliche Storys anbieten und nicht mal mit seinem Cast überzeugen konnte, während die gehypte Serie von einem gehypten und talentierten Autor regelrecht unterging. «Studio 60 on the Sunset Strip» wurde vor seiner Premiere als garantierter TV-Hit prognostiziert, und doch war es «What About Brian», welches mehrere der Montagsduelle in der Zielgruppe gewann. Und das, obwohl viele erwarteten, dass «What About Brian» in seiner zweiten Staffel ein ähnliches Schicksal wie die im Jahr zuvor abgesetzte Comedy «Jake in Progress», welches direkt nach seiner zweiten Staffelpremiere vom Programm gefegt wurde.

Die Statistiken von «What About Brian» besagen, dass die fünfteilige erste Staffel mit einem Zuschauerdurchschnitt von 6,3 Millionen auf dem 99. Rang der Jahrescharts lag. Man lag damit vor «Emily's Reasons Why Not», welches mit exakt 6,3 Millionen Zuschauern nach der ersten Episode abgesägt wurde; und man lag mit acht Prozent Marktanteil in der Zielgruppe nur leicht hinter «Alias», welches in seiner finalen Staffel lief. Im nächsten Jahr lag «What About Brian» mit einem Reichweitendurchschnitt von 5,9 Millionen Zuschauern auf Platz 101 der Jahrescharts – vor «30 Rock», vor «O.C., California», und trotzdem nicht verlängert.

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