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Der Fernsehfriedhof: «Big Boss»

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Quotenmeter.de erinnert an all die Fernsehformate, die längst im Schleier der Vergessenheit untergegangen sind. Folge 36: Reiner Calmund und seine armen Würstchen.

Liebe Fernsehgemeinde, heute gedenken wir den schleimigsten Unternehmern, die je im deutschen Fernsehen zu sehen waren.

«Big Boss» wurde am 26. Oktober 2004 bei RTL geboren und war eine Adaption des amerikanischen Formats «The Apprentice» mit Multimillionär Donald Trump. Das Original entwickelte sich für NBC mit bis zu 20 Millionen Zuschauern zu einem so großen Überraschungserfolg, dass der Sender direkt im Anschluss eine zweite Staffel nachlegte. In der deutschen Version übernahm der ehemalige Fußball-Manager Reiner Calmund die Führung der Show. An seiner Seite beobachteten Bettina Steigenberger von der Steigenberger Hotels AG und der Chefredakteur der Wirtschaftszeitung Euro, Roland Tichy, das Geschehen.

Zwölf Kandidaten, bestehend aus sechs Männern und sechs Frauen, kämpften in der Realityshow um das Startkapital in Höhe von 250.000 Euro für ihre eigene Firma. Dazu mussten sie, aufgeteilt in zwei Teams, in jeder Folge eine Aufgabe meistern, in der sie ihre Teamfähigkeit und Führungsqualitäten beweisen sollten. Die Bewährungsproben sollten dabei auf alltäglichen Wirtschaftssituationen basieren. Aus der Gruppe, die am Ende im Duell unterlag, musste ein Kandidat die Sendung verlassen.

Fester Bestandteil jeder Episode war die Zusammenkunft im "Konferenzraum“, bei der Calmund den Vorsitz führte und die Ergebnisse der Aufgaben bewertete. Damit verbunden war stets ein minutenlanger Anschiss für die Verlierer durch den ehemaligen Fußballmanager. Am Ende wurde ein Bewerber mit den Worten „Sie haben frei!" ausgewählt, der samt seines symbolischen Rollkoffers nach Hause fahren musste.

llein die erste Ausgabe bestätigte sämtliche Vorurteile über Manager. Die zwölf Kontrahenten sollten in der Frankfurter Innenstadt heiße Würstchen verkaufen und scheiterten grandios. Bereits nach wenigen Stunden wies die Kasse der männlichen Gruppe ein dickes Minus aus. In diesem Ausmaß ging es auch bei den weiteren Prüfungen weiter. Mal sollte ein Fahrgeschäft im Wiener Prater wirtschaftlich beworben und dann wieder eine neue Kaffeesorte eingeführt werden. Immer wieder erwiesen sich die Möchtegern-Manager als realitätsferne Theoretiker.

Obwohl das Versagen der Kandidaten und die anschließenden Standpauken durchaus ihren Unterhaltungswert hatten, wurde die Sendung für RTL kein Erfolg. Schon der Auftakt verlief mit einer Reichweite von 3,37 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 10,3 Prozent verhalten. In den folgenden Wochen sanken die Werte soweit in den einstelligen Bereich ab, dass RTL die Show vom ursprünglichen Sendeplatz am Dienstagabend um 20.15 Uhr immer weiter nach hinten verlegte. Das Finale flimmerte letztlich erst um 22.15 Uhr über die Bildschirme.

Rund ein halbes zuvor floppte mit «Hire or Fire» eine weitere Kopie der Show mit Fernsehproduzent John De Mol so grandios, dass sie nach nur einer Ausgabe eingestellt wurde.

«Big Boss» wurde am 04. Januar 2005 beerdigt und erreichte ein Alter von elf Folgen. Die Show hinterließ den Manager Reiner Calmund, der mittlerweile in der Jury der «Koch-Arena» sitzt und Gewinnerin Carmen Dohmen, die mit ihrem Gewinn eine Veranstaltungs-Agentur gründete.

Möge die Show in Frieden ruhen.

Die nächste Ausgabe des Fernsehfriedhofs widmet sich der bunten Personality-Show von Verona Feldbusch.

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