Die Kritiker

«Totengebet»

von

Auch diesen Januar ist Jan Josef Liefers wieder in einem ZDF-Film zu sehen. Doch hält «Totengebet» was die Verpflichtung des Darstellers generell verspricht?

Cast & Crew

Vor der Kamera:
Jan Josef Liefers ist Joachim Vernau
Mercedes Müller ist Rachel Cohen
Claudia Michelsen ist Rebecca Cohen
Stefanie Stappenbeck ist Marie-Louise Hoffmann
Elisabeth Schwarz ist Hildegard Vernau

Hinter der Kamera:
Regie: Josef Rusnak
Drehbuch: André Georgi/ Josef Rusnak
Kamera: Ralf Noack
Schnitt: Dirk Grau
Musik: Mario Grigorov
Als Teil des Münsteraner «Tatort» gilt Jan Josef Liefers als sicherer Quotengarant. Zusammen mit Axel Prahl gilt er als ein quotentechnisch besonders starkes Zugpferd, ist aber auch in Produktionen abseits vom «Tatort» zu sehen, darunter auch «Der Baader Meinhof Komplex» und der Fernsehfilm «Der Turm». Mit «Totengebet» übernimmt Liefers nun die Hauptrolle des gleichnamigen Romans von Elisabeth Herrmann und taucht hinab in verworrene Familiengeschichten, andere Nationalitäten und Religionen.

Der Anwalt Joachim Vernau wacht in einem US-amerikanischen Krankenhaus auf, ohne zu wissen, wie er dort gelandet ist. Bruchstückhaft kommen seine Erinnerungen zurück und Vernau muss das Puzzle zusammensetzen, warum er plötzlich von der Mordkommission verhört wird. In Rückblenden wird gezeigt, was ihn von seiner Heimat nach Übersee trieb. In Deutschland konfrontiert die junge Rachel Cohen Vernau mit seiner Studienzeit. Er war eng mit Rachels leiblicher Mutter befreundet und nach dem Tod ihres Stiefvaters ist sie nun auf der Suche nach ihrem leiblichen Vater. Dafür kommt auch Vernau selbst in Frage. Gemeinsam macht er sich mit der jungen Frau auf die Suche nach den potentiellen Vätern, doch die Suche gestaltet sich schwieriger als gedacht. Sie stolpern über einen Mord, der direkt mit Rachel in Verbindung steht.

Die Erzählweise des Films ist passend gewählt und die Rückblenden tragen zur Spannung bei. Was allerdings überraschend ist, ist die Vielzahl der Motive und Handlungselemente, die implementiert werden. Während man anfangs noch davon ausgeht, dass es sich lediglich um die Suche nach einem biologischen Vater handelt, kommen schnell religiöse Themen hinzu, die Auschwitz-Prozesse, sowie rassistische Thematiken. «Totengebet» öffnet sehr viele Türen, die der Film letztendlich nicht alle zufriedenstellend schließen kann. Dennoch ist die grundlegende Handlung spannend gehalten und wird vor allem von dem starken Hauptdarsteller getragen.

Das Aushängeschild von «Totengebet» ist zweifelsohne Jan Josef Liefers. Während er in seinen «Tatort»-Auftritten vorderläufig für seinen humoristischen Charakter als Professor Karl-Friedrich Boerne bekannt ist, zeigt Liefers in «Totengebet» deutlich dunklere und dramatischere Facetten. Zuweilen bemerkt man zwar eine Ähnlichkeit zu seinem Professoren-Charakter, dennoch bietet ihm das Drehbuch genügend Abwechslung, um sich als Joachim Vernau von seinen anderen Rollen abzugrenzen.

Während Liefers überzeugen kann, sind manche der Dialoge weniger gelungen. Insbesondere die Mischung aus Deutsch und American English an vielen Stellen wirkt peinlich und ist zum Fremdschämen. An dieser Stelle hätte man konsequenter sein müssen, denn das halbgare Ergebnis ist nicht gerade zufriedenstellend und stört mehr, als das es nützlich ist.

Fazit: Letztendlich ist «Totengebet» eine gelungene und spannende Geschichte, die deutlich tiefer ist, als man auf den ersten Blick meinen mag. Auch wenn der Film den Humor aus den vorherigen Rollen von Liefers vermissen lässt, ist seine Darstellung als Vernau sehenswert. Mit kleineren Abstrichen ist «Totengebet» also eine Empfehlung, die insbesondere wegen Liefers ausgesprochen wird.

Das ZDF zeigt «Totengebet» am Montag, 14. Januar 2019 um 20.15 Uhr.

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