Edin Hasanović, Jeanne Goursaud, Heiner Lauterbach und Sogol Faghani versammeln sich für einen Kindergeburtstag, der trotz namhafter Besetzung keinen nachhaltigen Eindruck hinterlässt.
Dem amerikanischen Streamingdienst Netflix kann man kein mangelndes Interesse an deutschen Produktionen vorwerfen. Im Frühjahr 2025 veröffentlichte die Plattform den Horrorfilm «Delicious» mit Fahri Yardım und den Action-Thriller «Exterritorial» von Christian Zübert. Im Sommer folgte der Mystery-Thriller «Brick» mit Matthias Schweighöfer und Ruby O. Fee, ehe fünf Wochen später der Erotik-Thriller «Fall for Me» startete. Weitere vier Wochen später folgte die romantische Komödie «She Said Maybe». Im Frühjahr 2026 erschien die Tierkomödie «Eat Pray Bark», im Sommer kam die Buddy-Komödie «Mein bester Freund, seine Freundin & ich» auf die Plattform. Die deutschen Produktionen vereint die Tatsache, dass sie beispielhaft dafür stehen, warum die Studiobosse gehen mussten. Programmchefin Bela Bajaria und Filmchef Dan Lin stehen für Quantität statt Qualität.
Die Story beginnt in einer schicken Landhausvilla an der Berliner Stadtgrenze. Banker Timo (Edin Hasanović) hat seiner Schwester Marlena Frischmann (Jeanne Goursaud) das Haus für einen Kindergeburtstag samt nervtötenden Eltern zur Verfügung gestellt. Bereits in den ersten Minuten kommt es zum angeblichen Missverständnis, denn Marlena hat eine Übernachtungsparty für die Kids organisiert. Diese Übergriffigkeit steht allerdings im Gegensatz zu ihrem sonstigen Verhalten, bei dem sie Diversität und Toleranz gegenüber allen Menschen predigt.
Der Filmtitel «Das Geschenk» ist natürlich völlig generisch und hat mit dieser halbwegs lustigen Komödie wenig zu tun. Im Mittelpunkt steht ein Geburtstag mit zeitweise seltsamen Erwachsenen und lautstarken Kindern, die von ihren Helikopter-Eltern noch nie in die Schranken gewiesen wurden. Das wäre vielleicht in einem Berlin vor knapp zehn Jahren noch überraschend gewesen, aber im Jahr 2026 wirken die Scherze schon altbacken und durch andere Filme und Serien längst durchgenudelt.
Zwischenzeitlich darf Bastian Reiber als Schlangenkünstler die Kinder zum Staunen bringen. Sogol Faghani überzeugt als Freundin Jenny, die sich dem Wahnsinn dieser Familie hingibt. Es ist völlig nachvollziehbar, dass sie im zweiten Drittel des Films hinwirft und die Szenerie einfach verlässt. Amal Keller und Enzo Brumm spielen ein klischeehaftes Paar, das für Offenheit und Toleranz steht. Den Vogel schießt allerdings Berit Künnecke als Mutter eines Kindes ab, die stets für Recht und Ordnung sorgt. Ihr Sohn ist auch nur eingeladen worden, weil seine Erziehungsberechtigte Mitglied im Elternbeirat ist. Dort möchte nämlich auch Marlena Mitglied werden, weil sie glaubt, ihr Sohn werde gemobbt.