Man muss nicht mal mehr selbst Hand anlegen: Let’s Plays, eSport-Shows und die Rocket Beans bringen Videospiel-Unterhaltung auf die Bildschirme. Über das Massenphänomen Gaming, über einen Vergleich mit dem Fußball – und über Videospiel-Turniere auf Bühnen, wo sonst Helene Fischer singt.
Wir müssen reden, über den Stellenwert des Daddelns. Oder des Zockens. Oder des Gaming – oder wie auch immer man es nennen will. Das so viele Namen für das Hobby von zig Millionen existieren, sagt vielleicht schon viel aus. Wie wichtig ist das digitale Spielen mittlerweile, wenn es um unsere Freizeitgestaltung geht? Sind Gaming-Formate im Internet eine Konkurrenz für klassische TV-Unterhaltung? Oder ist es eher eine Nische einer treuen Minderheit, aber keinesfalls des Mainstreams?
Zur Wahrheit gehört aber auch: Viele der Zocker sind „nur“ sogenannte Casual Gamer. Sie spielen zwischendurch Handyspiele oder haben vielleicht mal eine Wii gekauft, die mittlerweile im Schrank verstaubt. Dass sie aber bei den Rocket Beans einschalten, ist erst einmal unwahrscheinlich. Dafür jedoch vielleicht bei den zahlreichen YouTube Let‘s Plays: Viele der Zuschauer von Gronkh (Foto), Unge und Co. spielen selber nicht exzessiv. Dennoch sind sie irgendwie dabei: Wissenschaftlich betrachtet löst das Zuschauen einer Tätigkeit ein ähnliches Aktivitätsmuster aus wie bei eigener Ausführung dieser Tätigkeit. Dieser Effekt basiert auf sogenannten Spiegelneuronen, auf Nervenzellen in unserem Gehirn. Wenn wir also Let’s Plays schauen, sind wir emotional genauso involviert in das Spiel wie beim Selbst-Zock: Passiv-Gaming sozusagen. Gleichzeitig werden die Gefühle des Spielers auf uns übertragen, wir fiebern mit. Zusammen mit den unterhaltsamen Kommentaren der YouTuber ergibt das ein populäres Entertainment-Gesamtpaket.

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