Nach den ersten fünf Rennen lässt sich ein klares Fazit ziehen: Auch in der neuen Saison wandern die Zuschauer ab. So dramatisch wie im Vorjahr sind die Verluste jedoch noch nicht.
Schon im Rahmen des Rennens in Malaysia verbesserte sich RTL jedoch drastisch. Den Grand Prix aus Sepang verfolgten um 10 Uhr vormittags am 29. März 4,31 Millionen Personen ab drei Jahren und damit rund 100.000 Menschen mehr als in der Vorsaison. Auch quotentechnisch schnitt RTL damit Ende März besser ab als im Frühjahr 2014, denn mit 38,8 Prozent standen insgesamt nun knapp drei Prozentpunkte mehr zu Buche, bei den 14- bis 49-Jährigen belief sich die Differenz sogar auf 4,7 Prozentpunkte. Ein Schritt in die richtige Richtung, vor allem wenn man miteinbezieht, dass 2013 noch 5,45 Millionen Rennsport-Fans einschalteten. Dies sollte jedoch vorerst das einzige Rennen bleiben, in dessen Zuge sich RTL im Vergleich zum Vorjahr verbesserte.
Der dritte Wettbewerb der Saison fand diesmal in China statt, 2014 wurde die Strecke in Schanghai noch als viertes befahren. Am 12. April kam RTL mit seiner Renn-Übertragung dabei auf 3,82 Millionen Interessierte, lag damit nur leicht unter den 2014 gemessenen 3,90 Millionen, aber immer noch eine ganze Million unter der Zuschauerzahl von 2013. Dafür standen höhere Marktanteile zu Buche als im Vorjahr. 2015 entschieden sich insgesamt 42,5 Prozent aller Fernsehenden für das Rennen, das Lewis Hamilton letzten Endes für sich entschied. Im vergangenen Jahr generierte das Event noch 40,3 Prozent.
RTL schaffte es also nicht, den Zuschauerrückgang aufzuhalten, dafür aber ihn einigermaßen einzudämmen und ihn in einem Bereich zu halten, der für den Marktführer in der Zielgruppe noch verschmerzbar ist. In Köln betont man gern, dass die Formel 1 bei RTL noch immer die populärste serielle Sportart ist. Zwar ist weit und breit kein vergleichbares Programm im deutschen Fernsehen zu finden, das dieser Kategorie zuzuordnen ist und gleichzeitig den Formel 1-Zahlen nahekommt, der Rennsport bei RTL verliert jedoch immer mehr an Strahlkraft und rückt einem Quotenbereich näher, der die Ausgaben des Kölner Senders für die Formel 1-Rechte schon bald nicht mehr rechtfertigen könnte. Etwa 400.000 Zuschauer verlor RTL im Rahmen der ersten fünf Rennen im Vergleich zur Vorsaison. Erneut ein satter Abschlag, allerdings nur die Hälfte dessen, was der Privatsender noch 2014 im Vergleich zum Vorjahr einbüßen musste. Damals standen nach den ersten fünf Rennen im Schnitt 4,20 Millionen Zuschauer zu Buche, wobei sich der Mittelwert nach fünf Wettbewerben 2013 noch auf 5,02 Millionen Interessierte belief.

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