Welch Aufschrei ging durch Deutschland, als der private Fernsehsender RTL 2004 die erste Staffel von «Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!» über die Bildschirme flimmern ließ. Das „Dschungel-Camp“ stand für das neu aufkommende Trash-Fernsehen und die intellektuelle Elite wandte sich angewidert ab. Psychiater Mario Gmür erklärte damals in der FAZ zum Beispiel, dass die Sendung künde von einer „regrediert-infantilen Verfassung“. Ein Politiker stellte sogar ernsthaft Strafanzeige gegen RTL wegen dringenden Tatverdachts der vollendeten Körperverletzung. „Das ist nicht mehr das Programm eines Privatsenders, das ist Trash“, sagte der Geschäftsführer einer großen Media-Agentur.
„Am Ende ist doch entscheidend, ob die Zuschauer etwas mit der Sendung anfangen können - wir haben die Tonalität und Ausrichtung von 2004 bis heute nicht wirklich verändert“, erklärt Markus Küttner, Comedy- und Real Life-Bereichsleiter bei RTL im Interview mit Quotenmeter.de. Küttner ist maßgeblich für den Erfolg der Show verantwortlich – er ist derjenige, der den Autoren und Kreativen stets den Rücken frei hält. „Wir wussten immer, dass wir uns mit der Show auf einem schmalen Grat bewegen zwischen Trash und Qualität“, gibt er zu. Am Ende wurde genau diese Qualität in der öffentlichen Wahrnehmung – und Fernsehliebhaber sagen jetzt wohl „Gott sei Dank“ – auch wahrgenommen.
Auch Küttner sagte – auch wenn das abgedroschen klinge – „dass wir diese außergewöhnliche Sendung nur auf die Beine gestellt bekommen, weil wir ein ganz tolles Team in Australien und Deutschland am Start haben. Jeder Einzelne hat Anteil an der Qualität der Sendung und somit auch am Erfolg und der Nominierung.“ Der Produktionsfirma Granada gelinge es immer wieder hervorragend, das riesige Team bestehend aus Australiern, Engländern und Deutschen auf Kurs zu halten. „Wir haben wirklich die besten Autoren, Realisatoren, Cutter, Producer und und und ...“ ist er sich sicher.• Ich bin ein Star - Holt mich hier raus
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