409 Tage lang war Guido Bolten, früherer Mitarbeiter von ProSieben und kabel eins-Geschäftsführer, Chef des Privatsenders Sat.1. In seiner Zeit zog der Sender von Berlin nach München – fast die komplette Mannschaft wurde in diesem Zuge ausgewechselt. Es war wahrlich kein einfaches Jahr für den Sender Sat.1, der mit 10,8 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe aber immerhin ein achtbares Ergebnis einfuhr. Letztlich brachen wohl die Veränderungen im Herbst das Genick Boltens: Der neue Vorabend schlug nicht an, das Nachmittagsprogramm gab im Zuge des neuen RTL-Gegenprogramms deutlich nach und die Neuzugänge Oliver Pocher und Johannes B. Kerner holen mit ihren wöchentlichen Shows nur unterdurchschnittliche Quoten.
Kurzfristigere Entscheidungen stehen hier schon bei Oliver Pocher und Johannes B. Kerner an: Während Kerners Magazin als nahezu sicher gilt – hier wird man vermutlich noch an Ausrichtung und möglicherweise am Sendeplatz arbeiten – könnte es für Oliver Pocher in den nächsten Wochen größere Veränderungen geben. Ein neuer Sendeplatz? Vielleicht am Montag? Gut möglich. Eine komplette Absetzung? Vorerst eher unwahrscheinlich. Jedenfalls – und das ist bereits zu hören – arbeitet man bei Sat.1 bereits an weiteren Formaten mit den beiden Moderatoren, die dem Sender endlich zu einem Profil verhelfen sollen. Das wird nun auch die Aufgabe des hochgelobten Ex-ProSieben-Unterhaltungschefs Jobst Benthues sein, der sich als Entertainment-Chef nun um Shows aller Free-TV-Sender der Gruppe kümmert.
Eher längerfristig wird Sat.1 in Sachen Nachmittag denken müssen: Aktuell zeigt man nur recht wenige Erstausstrahlungen der Richtershows, schneidet sich mit diesem Sparwahn auch ins eigene Fleisch. Fortgesetzt werden Salesch, Hold und Co. wohl auch in der kommenden Fernsehsaison – und dennoch muss ein Weg gefunden werden, wieder ein paar Prozentpunkte gut zu machen, die man seit September an RTL verloren hat. • Bartl
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