Schlüter sieht's

«Schlüter sieht's»: Die «Schillerstraße» schillert

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Bei der «Schillerstraße» stimmt aus Quotensicht nicht alles: Können neue Promis dem Format bald helfen?

Sehr ungewöhnlich ist die Entwicklung der neuen «Schillerstraße» in Sat.1, die seit Ende Januar freitags um 20.15 Uhr mit neuen Folgen sowie neuem Hauptdarsteller auf dem Bildschirm zurück ist. Während die ersten beiden Ausgaben der Impro-Comedy sehr gute Marktanteile von über 17 Prozent in der Zielgruppe einfuhren, ging es danach abwärts – ungewöhnlich deshalb, weil die zweite Episode sogar besser lief als die Premiere. Somit konnte man eigentlich davon ausgehen, dass den Zuschauern das Format gefällt, doch dann ging es doch quotenmäßig abwärts. Mittlerweile erreicht man nur noch knapp zweistellige Werte.

Gründe für diese schlechte Entwicklung können viele gesucht werden: Den Zuschauern gefällt die neue Besetzung mit Jürgen Vogel nicht, Günther Jauch und Co. sind zu stark für das Format oder man hatte die «Schillerstraße» einfach zu schnell satt, obwohl eine sehr lange Pause gemacht wurde. Würde jemand die Gründe für den aktuell nur durchschnittlichen Erfolg kennen, dann würde Sat.1 sicherlich handeln. Doch da dies nicht der Fall ist, greift der Sender wieder einmal auf die Pauschallösung zurück und handelt damit trotzdem irgendwie: Man lädt neue Promis in die Show ein.

Nun sollen also beispielsweise Vogels Schauspielerkollege Moritz Bleibtreu oder auch die frühere Darstellerin in der Show Annette Frier die Zuschauer wieder zum Einschalten bewegen. Und mit diesem Ansatz liegt Sat.1 gar nicht so falsch: Der Erfolg der Sendung am Anfang, besonders 2004 und 2005, liegt sicherlich darin begründet, dass die Schauspieler Folge für Folge wechselten. Später wurde ein regelmäßiges Ensemble eingeführt, das nur noch wenig variabel war – die Quoten fielen stetig bis zur vorübergehenden Absetzung und Überarbeitung. Neben Jürgen Vogel muss also ein Cast vorhanden sein, der groß genug ist, um Woche für Woche viel Abwechslung bieten zu können. Das heißt, dass nicht alle zwei Folgen ein Oliver Welke/Pocher, Maddin Schneider oder Tetje Mierendorf auftaucht.

Ansonsten sollte Sat.1 hier langen Atem beweisen: Die Show ist, besonders durch Jürgen Vogel, qualitativ um Längen besser als die alte Version und kann überzeugen – bis die Zuschauer dies allerdings gemerkt haben, kann einige Zeit vergehen. Die Sehgewohnheiten am Freitagabend sind nur sehr schwer dauerhaft zu ändern. Dies muss Sat.1 aktuell besonders auf dem Sendeplatz nach der «Schillerstraße» erfahren, wo desaströse Marktanteile erreicht werden. Allein deshalb wird der Sender wohl mit den aktuellen Quoten der Impro-Comedy auch nicht unbedingt unzufrieden sein und schickt die Sendung hoffentlich im Herbst in eine weitere Staffel.

Jan Schlüters Branchenkommentar beleuchtet das TV-Business von einer etwas anderen Seite und gibt ein paar neue Denkanstöße, um die Fernsehwelt ein wenig klarer zu sehen. Eine neue Ausgabe gibt es jeden Freitag nur auf Quotenmeter.de.

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