Das Erste zeigt israelisch-iranisches Musikprojekt Sistanagila

Die Dokumentation «Musik im Dialog» begleitet Musiker aus Israel und dem Iran, die in Berlin gemeinsam neue musikalische Wege beschreiten.

Das Erste widmet sich am Sonntag, 6. Dezember 2026, um 13.15 Uhr einem außergewöhnlichen musikalischen Begegnungsprojekt. Im Rahmen der „Jüdischen Akzentsendung“ wird die Dokumentation «Musik im Dialog – Ein israelisch-iranisches Projekt» ausgestrahlt. Im Mittelpunkt steht das Berliner Ensemble Sistanagila, in dem israelische und iranische Musiker gemeinsam auftreten und damit einen kulturellen Austausch pflegen, der angesichts der politischen Spannungen zwischen ihren Herkunftsländern eine besondere Bedeutung erhält.

Die Geschichte der Gruppe begann bei einem gemeinsamen Hummus-Essen. Der iranische Musiker Babak Shafieian und der Israeli Yuval Halpern entwickelten dabei die Idee, ihre unterschiedlichen musikalischen Traditionen miteinander zu verbinden. Beide leben und arbeiten in Berlin und wollten einen Raum schaffen, in dem persönliche Begegnungen und künstlerische Zusammenarbeit unabhängig von politischen Konflikten möglich sind.

Das Repertoire von Sistanagila verbindet jahrhundertealte jüdische und iranische Melodien mit modernen musikalischen Einflüssen. Dabei greifen die Musiker Elemente aus Jazz, Flamenco und Rockmusik auf und entwickeln daraus eigenständige Arrangements. Religiöse Musiktraditionen treffen auf zeitgenössische Klangwelten, während die unterschiedlichen kulturellen Hintergründe der Beteiligten bewusst in die Kompositionen einfließen.

Die Dokumentation begleitet das Ensemble in den Wochen vor dem jüdischen Chanukka-Fest. Bei Proben in Berlin erhalten die Zuschauer Einblicke in die musikalische Zusammenarbeit und die Entstehung der Arrangements. Darüber hinaus zeigt der Film private Begegnungen der Musiker und ein Konzert, bei dem israelische und iranische Gastsängerinnen mitwirken. Neben der künstlerischen Arbeit stehen dabei auch die persönlichen Beziehungen innerhalb der Gruppe im Mittelpunkt.

Für die Gründer ist Sistanagila mehr als ein musikalisches Experiment. Mit ihrer Zusammenarbeit möchten sie zeigen, dass Menschen unterschiedlicher Herkunft trotz politischer und gesellschaftlicher Gegensätze gemeinsame Ausdrucksformen finden können. Die Musik soll nach ihrem Verständnis eine Botschaft der Hoffnung vermitteln und verdeutlichen, dass man unabhängig von nationalen Grenzen „gemeinsam etwas Schönes schaffen kann“.
31.10.2026 07:29 Uhr Kurz-URL: qmde.de/177058
Fabian Riedner

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