Eine Studie zeigt, dass die Einführung von werbebasierten Abos zusammen mit dem Vorgehen gegen Account-Sharing lukrativ ist. Doch ein Beispiel zeigt schon jetzt, dass auch dieses Wachstum an eine Grenze stößt.
Eine von der Unternehmensberatung „Simon-Kucher“ durchgeführte Studie zeigt, dass in Deutschland jeder Nutzer im Schnitt für 2,7 Streaming-Abonnements zahlt. Im Vorjahr belief sich dieser Wert noch auf 2,1 Abos. Nicht nur Abo-Anzahl ist gestiegen auch das monatliche Budget pro Abo war ansteigend. So legt man pro Abo im Schnitt 16 Euro (+6 Euro) hin, allerdings fiel das Gesamtvolumen von 25 auf 23 Euro. Das Gesamtbudget lässt somit nur ein Abo dieser Preisklasse zu, dennoch zeigt sich eine fast schon paradoxe Entwicklung.
Bei Hauptkonkurrent Amazon Prime Video stellt sich die Rechnung ein wenig anders auf. Dort wurden die User jüngst auf eine Werbe-Abo umgestellt, Werbefreiheit muss gezielt für einen Aufpreis erworben werden. Ganze 77 Prozent der Kunden nutzen diese Option. Damit ist der Anteil (23%) von werbebasierten und damit günstigeren Abos unter den drei Playern zwar am größten, doch Abos sind für Amazon bekanntlich nicht die einzige Einnahme-Quelle. „Viele sehen das Streaming-Angebot von Amazon aber als Goodie zum Versandservice in der Prime-Mitgliedschaft. Vor diesem Hintergrund wirkt der Aufschlag (2,99 Euro pro Monat mehr, Anmerkung der Redaktion) für das Werbefrei Add-On günstig. Preispsychologisch clever gemacht!", urteilt Jäger, die den Anteil an werbefreien Abo vor diesem Hintergrund als „beachtlich“ bewertet.
Auf regionaler Ebene könnten die Ergebnisse jedoch ganz anders ausfallen. „Das Werbepaket von Disney+ ist in Deutschland noch zu jung, um verlässliche Aussagen zu treffen“, erklärt Sophia Felgner, Director bei Simon-Kucher. „Während es auf globaler Ebene zahlreiche Neukunden lockt, könnte Disney+ in Deutschland ein ähnliches Schicksal wie Netflix blühen.“ So verzeichnet das 2022 eingeführte Netflix-Werbe-Abo zwar immer mehr User, aber auch eine noch höhere Kannibalisierungsrate als auf internationaler Ebene. Grund für Netflix‘ Wachstum war das Vorgehen gegen das Account-Sharing. Sharing-Restriktionen haben den Anteil der Account-Mitnutzer bereits auf 20 Prozent sinken lassen. Knapp die Hälfte (47 Prozent) der User, die bei Restriktionen nicht mehr Abos von Bekannten mitnutzen können, zeigen sich bereit, selbst ein Abo abzuschließen, sodass sich Werbe-Abos als ein ideales Einstiegsprodukt anboten. Und Netflix hat noch ein Ass im Ärmel: Zusätzlichen Anreiz bietet ein Gaming-Paket: 36 Prozent der U40-Jährigen würden bei integrierten Spiele-Optionen eher ein Abo abschließen.

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