Hatte der erste Monat im neuen Jahr und der Einführung der Trump Präsidentschaft Auswirkungen auf die doch sehr politisch geprägte Late-Night-Landschaft? Wir forschen nach.
Die erste Woche in diesem Jahr deutete noch nicht auf eine allzu große Zäsur hin. Jimmy Fallon dominierte zur besten Sendezeit um 23.35 Uhr zumindest in der Zielgruppe der 18- bis 49-Jährigen auch weiterhin mit seiner «Tonight Show» den Late-Night-Markt. Hier konnte er durchschnittlich 710.000 Zuschauer und vier Prozent Marktanteil für sich gewinnen. Mit 2,76 Millionen Zuschauern insgesamt wurde Fallon also noch nicht wirklich von seinem Thron gestürzt, obwohl er wegen seiner Donald-Trump-Haarwuschel-Aktion massiv Kritik einstecken musste. Dennoch ist es erstaunlich, dass Stephen Colbert mit 2,96 Millionen insgesamt mehr Zuschauer erreichen konnte, auch wenn ihm das mit drei Prozent bei den 18- bis 49-Jährigen nicht wirklich weiterhalf - hier schalteten nämlich nur rund 500.000 Zuschauer ein. «Jimmy Kimmel» erging es in dieser Zielgruppe dagegen etwas besser, denn 550.000 Zuschauer sahen sich in der Woche vom 2. bis zum 6. Januar durchschnittlich seine leichtfüßige Sendung an.
Vielleicht kann man die zweite Woche in diesem Jahr noch als Ruhe vor dem Sturm bezeichnen: Präsident Obama war offiziell noch im Amt, Trump zwitscherte auf Twitter fröhlich sowie skandalträchtig vor sich hin und bestimmte für sein Kabinett einen Kandidaten nach dem anderen, die für die politische Linke einen Alptraum nach dem anderen bescherten. Es schien fast so, als würde die Welt zumindest noch für eine Woche mit Stützrädern fahren. Jimmy Fallon legte insgesamt mit 3,33 Millionen Zuschauern etwas zu. Auch bei den 18- bis 49-Jährigen konnte er mit 810.000 Zuschauern deutlich hinzugewinnen und sich einen Marktanteil von vier Prozent sichern. Etwas zurück fiel dagegen Jimmy Kimmel, der sich mit 470.000 Zuschauern drei Prozent Marktanteil holte und immerhin 2,54 Millionen Zuschauer insgesamt erreichte. Nicht gut sah es dagegen für den weitaus politischeren Stephen Colbert zu dieser Sendezeit aus. Dieser schaffte es gerade einmal auf zwei Prozent Marktanteil mit 400.000 Zuschauern in der werberelevanten Zielgruppe und konnte insgesamt nur 2,18 Millionen Menschen für seine Trump-Witze erwärmen.
Die beiden Kabelvertreter Trevor Noah und Conan O’Brien mussten dagegen beide bei den 18- bis 49-Jährigen deutliche Einbußen hinnehmen: Noahs Wert schrumpfte auf durchschnittlich 290.000 und O’Briens auf 240.000 Zuschauer. Schon am Ende der ersten Januar-Woche kreisten Gerüchte durch die Branche, dass O’Brien seine Sendung künftig nur noch einmal die Woche produzieren wird. Das konnte sich letztendlich nicht bestätigen. Wenn man allerdings die Zuschauerzahlen betrachtet, wäre eine solche Erwägung gar nicht so abwegig. Denn auch um seine Gesamtzuschauerzahl stand es in dieser spezifischen Woche schlechter als noch in der Woche zuvor: Nur 560.000 Zuschauer sahen sich insgesamt den Entertainer an. Trevor Noah konnte dagegen mit einer durchschnittlichen Gesamtzahl von 810.000 Zuschauern einen kleinen Erfolg für seine politische Perspektive feiern. 

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Es gibt 1 Kommentar zum Artikel
03.02.2017 10:34 Uhr 1
Etwas albern finde ich die vom Autor gewählten Umschreibungen "der schwergewichtige Brite", "der rothaarige Entertainer", "der bebrillte David-Letterman-Nachfolger". Könnte man da nicht einfach die Namen der Leute nennen? Haarfarbe, Sehstärke und Konfektionsgrösse eines Moderators sind doch sicher nicht das ausschlaggebende Kriterium für seine Zuschauerzahlen. Seine politische Haltung aber unter Umständen schon.
Und Witze über Regierungen zu machen ist im Late-Night-Geschäft übrigens "Gang und Gäbe", nicht "Gebe".