Zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen am Donnerstag, den 3. Dezember 2026, zeigt der französische Spartensender Histoire TV eine besondere Dokumentation. Um 20.50 Uhr wird der 52-minütige Film «Handicap, aux origines du combat» ausgestrahlt. Die französische Filmemacherin Laetitia Møller, die sowohl das Drehbuch verfasste als auch Regie führte, zeichnet darin die Geschichte der Behindertenbewegung in Frankreich nach. Im Mittelpunkt stehen Menschen mit körperlichen Behinderungen, die sich über Jahrzehnte hinweg für gesellschaftliche Anerkennung, Selbstbestimmung und politische Rechte eingesetzt haben.Die Dokumentation beginnt in der Zwischenkriegszeit, als sich erste Aktivisten für eine Verbesserung der Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderungen einsetzten. Ausgangspunkt waren unter anderem die Erfahrungen zahlreicher Kriegsversehrter nach dem Ersten Weltkrieg, deren Rehabilitation zunächst vor allem auf die Wiederherstellung ihrer Arbeitsfähigkeit ausgerichtet war. Erst allmählich entwickelte sich daraus eine breitere gesellschaftliche Debatte über Teilhabe und Gleichberechtigung.
Einen weiteren Schwerpunkt bilden die 1950er-Jahre, als Menschen, die an den Folgen einer Poliomyelitis-Erkrankung litten, häufig unter erheblichem gesellschaftlichem Druck standen. Von ihnen wurde erwartet, möglichst wieder laufen zu können und sich an die Lebensweise nichtbehinderter Menschen anzupassen. Der Film untersucht, wie solche Vorstellungen das Leben der Betroffenen prägten und weshalb sich zunehmend Widerstand gegen diese Erwartungen entwickelte.
Besondere Aufmerksamkeit widmet Møller den politischen Bewegungen der 1970er-Jahre. Dazu gehörten die sogenannten „Handicapés Méchants“, die mit radikalen Forderungen auf gesellschaftliche Ausgrenzung und mangelnde Selbstbestimmung aufmerksam machten. Ein wichtiger Meilenstein war schließlich das französische Behindertengesetz vom Juni 1975, mit dem erstmals eine umfassende nationale Politik für Menschen mit Behinderungen geschaffen wurde.
Für ihre Dokumentation greift die Regisseurin auf selten gezeigtes Archivmaterial zurück und lässt Aktivistinnen und Aktivisten verschiedener Generationen zu Wort kommen. Historische Aufnahmen werden mit persönlichen Erinnerungen und heutigen politischen Debatten verbunden. Dabei geht es auch um aktuelle Fragen wie die Kritik an ableistischen Strukturen, das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben und die Zukunft institutioneller Betreuungseinrichtungen.







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