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Hirschhausen nimmt sich den Darm vor

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Eckart von Hirschhausen widmet sich am 5. Oktober einem schambehafteten Thema und zeigt, welche erstaunlichen Erkenntnisse die Darmforschung inzwischen liefert.

Über den Darm spricht man nicht gerne und genau deshalb macht ihn Eckart von Hirschhausen zum Mittelpunkt seiner neuen Dokumentation. Am Montag, 5. Oktober, geht der Arzt und Wissenschaftsjournalist in «Hirschhausen und der Darm» der Frage nach, welche Bedeutung das Organ für den gesamten Körper hat und was die Forschung inzwischen über das Mikrobiom weiß. Dabei scheut von Hirschhausen auch den sehr persönlichen Selbstversuch nicht und lässt seine eigene Darmspiegelung mit der Kamera begleiten. «Hirschhausen und der Darm» stammt von der Bilderfest GmbH im Auftrag des WDR für Das Erste. Buch und Regie verantwortet Krischan Dietmaier, Produzentin ist Anne Steinkamp.

„Der Darm ist kein stumpfes Rohr, sondern ein sensibles Organ mit Superkräften, mit eigenem Nervensystem und Milliarden Mitbewohnern. Je mehr wir darüber wissen, desto größer die Darm-Demut!“, sagt von Hirschhausen. Neben seiner eigenen Untersuchung trifft er eine Patientin mit künstlichem Darmausgang und beschäftigt sich mit Stuhltransplantationen, die inzwischen sogar in der Krebsforschung eine Rolle spielen.

Für den Film von Krischan Dietmaier geht der Moderator auch sehr persönlich vor. So lässt er seine eigene Darmspiegelung begleiten, trifft eine Patientin mit künstlichem Darmausgang und beschäftigt sich mit Stuhltransplantationen, die inzwischen auch in der Krebsforschung untersucht werden. Einen Schwerpunkt bildet das menschliche Mikrobiom. Von Hirschhausen zeigt sich überrascht, welche therapeutischen Möglichkeiten inzwischen erforscht werden: „Dass die Keime von einem Menschen einem anderen dabei helfen können, eine entzündliche Darmerkrankung oder sogar Krebs zu heilen, das hätte ich vor dieser Doku nicht erwartet.“

Daneben geht es um das Leben mit chronischen und funktionellen Darmerkrankungen. Mehr als zehn Prozent der Menschen in Deutschland seien vom Reizdarmsyndrom betroffen, während chronisch-entzündliche Erkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa seltener vorkommen. Mit der als „Kackfluencerin“ bekannten Karina Spiess spricht von Hirschhausen über Scham und Stigmatisierung und darüber, weshalb Betroffene ihre Erkrankungen nicht verstecken sollten.

Auch die Darmkrebsvorsorge spielt eine zentrale Rolle. Von Hirschhausen berichtet dabei von einem persönlichen Verlust: „Ein Freund verstarb mit 34 Jahren an Darmkrebs. Er hatte eine erbliche Belastung. Wäre er damit früher zur Darmspiegelung gegangen, hätte er wahrscheinlich überlebt.“ Die Dokumentation erläutert, weshalb die Darmspiegelung weiterhin eine wichtige Methode zur Früherkennung ist und welche Fortschritte es bei Stuhl- und Bluttests gibt.

Für einen Blick auf neue Forschungsansätze reist von Hirschhausen unter anderem an die Universität Zürich. Dort beschäftigt sich Prof. Adrian Egli mit dem Zusammenhang zwischen dem Verlust bakterieller Vielfalt und Faktoren wie Stress, hochverarbeiteter Nahrung und westlichem Lebensstil. Vorgestellt wird außerdem das Projekt Microbiota Vault, bei dem weltweit Stuhlproben gesammelt und tiefgefroren werden. Prof. Michael Scharl wiederum erforscht den therapeutischen Einsatz von Stuhltransplantationen bei Krebspatienten.

Am Universitätsklinikum Erlangen trifft von Hirschhausen Prof. Yurdagül Zopf. Sie untersucht unter anderem Störungen der Darmbarriere sowie den Einfluss von Ernährung und Bewegung. Gleichzeitig warnt die Dokumentation vor einem wachsenden Geschäft mit vermeintlichen Darmgesundheitsprodukten. Mikrobiom-Tests, Darmsanierungen sowie Pro- und Präbiotika werden dabei kritisch hinterfragt.

Kurz-URL: qmde.de/174882
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