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Channel 4 stellt mit Doku den ADHS-Diskurs auf den Prüfstand

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Eine neue Dokumentation von Channel 4 geht der Frage nach, ob ADHS tatsächlich eine neurologische Entwicklungsstörung oder vielmehr ein Produkt moderner Lebensumstände ist.

Die Zahl der ADHS-Diagnosen steigt seit Jahren rasant an – allein zwischen 2020 und 2025 verzeichnete der britische Gesundheitsdienst NHS einen Anstieg der Überweisungen zur Diagnostik um 200 Prozent. Vor diesem Hintergrund nimmt sich die neue Channel-4-Dokumentation «The Great ADHD Myth?» eines der umstrittensten Gesundheitsthemen der Gegenwart an und hinterfragt, ob ADHS tatsächlich eine neuroentwicklungsbedingte Erkrankung oder vielmehr ein gesellschaftliches Konstrukt ist. «The Great ADHD Myth?» entsteht bei Minnow Films. Regie führt der BAFTA-prämierte Xavier Alford.

Durch den 60-minütigen Film führt der Psychiater Dr. Max Pemberton, der selbst im NHS tätig ist. Er spricht mit einer Reihe von Medizinern, die die gängige Sichtweise auf ADHS kritisch hinterfragen. Ehemalige und aktuelle Experten aus dem Gesundheitswesen diskutieren, ob moderne Lebensbedingungen – etwa Smartphones, stark verarbeitete Lebensmittel oder das heutige Schulsystem – einen entscheidenden Anteil an den beobachteten Verhaltensmustern haben könnten. Zu Wort kommen unter anderem die ehemalige Präsidentin des Royal College of General Practitioners, Dr. Iona Heath, die erklärt: „Es ist für mich ganz sicher keine medizinische Erkrankung“, sowie der Kinder- und Jugendpsychiater Dr. Sami Timimi, der sagt: „Wir haben die körperliche Bestrafung durch Tabletten ersetzt.“

Ein weiterer Schwerpunkt der Dokumentation ist die medikamentöse Behandlung von Kindern. Besonders Jungen im Alter zwischen zehn und 14 Jahren erhalten inzwischen häufig ADHS-Medikamente. Pemberton begleitet deshalb eine Familie, die versucht, den Medikamenteneinsatz durch Veränderungen des Lebensstils zu ersetzen. Mehr Bewegung, kreative Beschäftigungen, weniger Bildschirmzeit und eine gesündere Ernährung sollen zeigen, ob sich die Symptome auch ohne Medikamente kontrollieren lassen.

Dr. Max Pemberton sagte: „Als Psychiater habe ich miterlebt, wie sich ADHS von einer Diagnose, die nur gelegentlich und nach sorgfältiger Abklärung gestellt wurde, zu einer Diagnose entwickelt hat, die zunehmend eingefordert und gestellt wird, und ich wollte verstehen, warum das so ist. Es besteht kein Zweifel daran, dass die Menschen, die diese Diagnosen einfordern, wirklich zu kämpfen haben; das steht außer Frage. Der Film hinterfragt jedoch, ob ADHS wirklich die beste Erklärung für diese Schwierigkeiten ist, und ich hoffe, dass wir am Ende die Erlaubnis erhalten, bessere Fragen darüber zu stellen, was das moderne Leben mit uns allen macht.“

Tim Hancock sagte: „Max Pemberton hat gemeinsam mit dem BAFTA-preisgekrönten Regisseur Xavier Alford einen wissenschaftlich fundierten Ansatz gewählt, um eines der größten Gesundheitsthemen unserer Zeit zu beleuchten – mit faszinierenden Ergebnissen.“

Liam Humphreys, ausführender Produzent, sagte: „Max Pembertons Untersuchung des dramatischen Anstiegs der ADHS-Diagnosen führt zu einigen verblüffenden Enthüllungen und zu einem Film, der verspricht, die Zuschauer dazu zu bringen, ganz anders darüber nachzudenken, wie wir eine ganze Generation von Kindern medikamentös behandeln.“

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