Vor dem Kinostart von «Bullyparade – Der Film» fragen wir uns: Wie ist es eigentlich derzeit um den Markenwert von Michael 'Bully' Herbig bestellt?
Hände hoch: Wer erinnert sich noch an die Webseite 'bullypara.de', auf der sämtliche «Bullyparade»-Ausschnitte zugänglich gemacht wurden? Okay. Nächste Runde: Wer hat noch auf dem Schirm, dass die Seite vor Jahren in 'Bullybase.de' umbenannt wurde? Aha, da gehen direkt weniger Hände in die Luft. So, Finalrunde: Wem ist bewusst, dass die Seite down ist und die URL aktuell auf die Künstlerseite von Michael 'Bully' Herbig weiterleitet, auf welcher der Filmemacher sein Portfolio kurz und knapp vorstellt, es aber eben nicht die komplette Welt des «Bullyparade»-Universums auf Abruf zum Bestaunen gibt?
Den etwaigen Karriereknick wendete Bully mit einem leichten Richtungswechsel ab: 2009 folgte der erste Kinofilm ohne «Bullyparade»-Verbindung, den er als Regisseur, Darsteller und Drehbuchautor verantwortete. Rund 4,94 Millionen Kinogänger sahen den Film, der im Vorjahr durch die ProSieben-Castingshow «Bully sucht die starken Männer» eine positiv besprochene und überdurchschnittlich stark eingeschaltete Promo spendiert bekam. Die 2011 ohne Bullys Beteiligung nachgereichte Fortsetzung «Wickie auf großer Fahrt» krachte derweil runter auf 1,79 Millionen Besucher, was für ein Familienabenteuer aus Deutschland zwar noch immer sehr löblich ist, dem großen Produktionsaufwand aber nicht gerecht wurde.
Der Film selbst wiederum spaltete die Gemüter, unterm Strich lässt sich ein "Wirklich nett, aber irgendwie weder Fisch noch Fleisch: Es ist kein wirklich neuer Stil für Bully, zugleich scheint sich der Filmemacher nun sehr stark an die Art von Schweiger und Schweighöfer anzulehnen" als groben Kritikerkonsens nehmen. An den Kinokassen wurden nur 738.815 Eintrittskarten gelöst – ein Schatten dessen, was Bully einst erreichte. 2016 holte die Free-TV-Premiere bei Sat.1 indes sehr gute 10,9 Prozent in der Zielgruppe.
Und obwohl vor Monaten groß mit einer «Fack Ju Göhte»-Expansion in der Filmstadt geworben wurde, hat eher klammheimlich auch das Bullyversum zugelegt: "Mit Requisiten vom 'Planet der Frauen' sowie dem Roboter C.L.A.U.S. wird auch Bullys neuer Film «Bullyparade – Der Film» im Bullyversum präsent sein. Hinzu kommen Erklärvideos zum Thema VFX, Trailer und Teaser-Clips." Herbig selbst scheint dennoch von seiner Comedyperiode langsam genug zu haben: Der Episodenfilm soll diesen Sommer einen feierlichen Abschied darstellen, danach will er als Regisseur ernstere Stoffe anpacken. Die Ankündigung tätigte der frühere Radiokomiker zwar schon einmal, dieses Mal scheint er es jedoch durchzuziehen. Seine nächste Regiearbeit ist angeblich ein DDR-Fluchtdrama. Und nach über 20 Jahren dürfte wohl jedem Künstler ein Gangwechsel gestattet sein.


• (T)Raumschiff Surprise • (T)Raumschiff Surprise – Periode 1 • Buddy • Bully macht Buddy • Bully sucht die starken Männer • Bullyparade • Bullyparade – Der Film • Der Film • Der Schuh des Manitu • Fack Ju Göhte • Hotel Lux • It's Showtime • Lissi und der wilde Kaiser • Periode
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Es gibt 4 Kommentare zum Artikel
08.08.2017 20:33 Uhr 2
Ich liebe das Ende des Buddy-Filmes, toller Tanzflashmob. Bully ist dann gut, wenn er seine Figuren Wärme geben kann. Er behandelt seine Figuren, so sehr sie auch Klischee sein mögen, immer mit Würde. Von ihm erwarte ich keinen Thriller, sondern eher Filme nach englischen Vorbild mit viel Humor, etwas Tragik und viel Herz, so etwas wie Billy Elliot.
09.08.2017 09:42 Uhr 3
Was allerdings wirklich nervt sind die ganzen Wiederholungen auf verschiedenen sendern seines Erfolgsfilms Der Schuh des Manitu. Man kann sagen, das er alle zwei Monate auf einen anderen Programm läuft. OK, kein Wunder, da den Progammplanern sowieso nichts mehr einfällt, aber jedesmal, erst recht an Feiertagen aller Art, läuft der Schinken wieder im TV.
09.08.2017 10:01 Uhr 4
Dass Michael Herbig weniger Komik machen möchte, ist durchaus in Ordnung, aber das hat er schon vor Jahren gesagt, und so richtig ist daraus nichts bzw. nichts nachwirkendes geworden.