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Intendant Schächter: Mehr Integration im ZDF

von  |  Quelle: ZDF
Das ZDF will die Zahl Produktionen, die sich den Themen Migration und Integration widmen, in Zukunft erhöhen, sagte ZDF-Intendant Schächter am Freitag.

Die Darstellung des Lebensalltags von Migranten und der Integration von Menschen ausländischer Herkunft "ist ein Querschnittsthema und muss kontinuierlicher Bestandteil unserer gesamten Programmarbeit sein". Zu dieser Einschätzung gelangte ZDF-Intendant Markus Schächter in einer Vorlage an den ZDF-Fernsehrat zur Darstellung von Migration und Integration in den ZDF-Programmen

Eigene Integrationskanäle oder ausgewiesene Sendungen zu dieser Thematik seien zwar nicht erforderlich - gleichwohl werde der Sender künftig verstärkt auffällige Akzente im Programm setzen, die das Zusammenleben von Menschen verschiedener Herkunft in unserer Gesellschaft in den Mittelpunkt rücken, sagte der Intendant des Mainzer Senders. Schächter weiter: "Den Medien kommt die Aufgabe zu, Menschen aus sehr unterschiedlichen Kulturen und Gesellschaften miteinander bekannt zu machen und ins Gespräch zu bringen. Dazu gehört auch, dass wir die sich verändernden Lebenserfahrungen der zweiten oder dritten Migranten- Generation sowie ihrer Angehörigen aufgreifen."

Der ZDF-Fernsehrat bestärkt den Sender in seinem Vorhaben, seine Programmarbeit auf diesem Feld zu intensivieren. Daher soll die Anzahl der Produktionen, die sich mit Fragen der Migration und Integration beschäftigen, erhöhen. Beispielhaft dafür sei etwa eine dreiteilige Dokumentationsreihe zur Geschichte des Islam, die für das Abendprogramm vorgesehen ist. Neben einer verstärkten Berücksichtigung in Magazinbeiträgen sollen Programm- und Themenschwerpunkte die öffentliche Wahrnehmung von Migrations- und Integrations-Themen fördern.




Um das Mediennutzungsverhalten von Migranten in einer digitalen Medienwelt noch besser zu verstehen, führen ARD und ZDF gegenwärtig eine bundesweite Befragung durch. Ziel ist, die Bedeutung deutscher und ausländischer Medien im Medienbudget der wichtigsten Migrantengruppen sowie die Erwartungshaltung an die einzelnen Medien zu untersuchen. Bisher seien Forschungsergebnisse zur Mediennutzung von Migranten nur lückenhaft vorhanden.

Mit einzelnen inhalts- und nutzungsbezogenen Forschungsprojekten haben die Sender jedoch einzelne Facetten der Fernsehnutzung bei Zuschauern ausländischer Herkunft zusammengetragen. Demnach nutzen Migranten in der Regel sowohl deutsche als auch ausländische Medien. Generell sei ein starkes Interesse an Fiktion und Unterhaltung im Fernsehen zu beobachten. Fragen der Integration seien für Migranten bei ihrer Fernsehnutzung von nachgelagerter Bedeutung.

Insbesondere Film- und Serienproduktionen aus den USA bedienten den "Wunsch nach Spektakel und Glamour". Der Erfolg solcher Programme bei Migranten sei indessen nicht mit tatsächlicher Integrationsleistung eines Senders gleichzusetzen, mahnte Schächter. Ein tatsächlicher Beitrag zur Integration im Fernsehen erfordere zwingend, die Gruppen der zugewanderten ebenso wie der einheimischen Bevölkerung zu erreichen und ins Gespräch zu bringen. Dies sei eine "Querschnittsaufgabe" an das Gesamtprogramm.

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