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gamescom 2018 – Fünf Tage Medien-Wahnsinn

von   |  1 Kommentar

Rund 350.000 Besucher tümmelten sich jüngst auf der Kölner gamescom. Videospiele sind weiterhin das Herzstück der Messe, doch längst gibt es mehr zu bestaunen. Anerkennung von eSport, Virtual Reality oder der Preis eines halben Liter Wasser.

Im Medienjournalismus wird die gamescom oftmals als „das Mekka der Videospielwelt“ bezeichnet. Mittlerweile mag diese Bezeichnung klischeehaft klingen, beinhaltet aber immer noch eine gewisse Wahrheit. Zwar sind die Videospiele von knapp tausend Ausstellern immer noch das Herzstück der Messe, doch bei Weitem nicht das einzige Angebot. Mittlerweile wäre die Bezeichnung einer Multimedia-Messe angemessener, da es neben den bekannten Videospielen auch reine technikbezogene Attraktionen gibt, als auch Virtual Reality Demonstrationen, Filmwerbungen und die Möglichkeit den Entwicklern bei der Arbeit über die Schulter zu schauen.

Der inoffizielle erste Tag der gamescom, Dienstag, ist dabei der Presse und den Fachbesuchern vorenthalten, die in der Business Area einen exklusiven Blick auf kommende Videospieltitel erhalten konnten. Der Vorteil ist, dass sich die Journalisten an den späteren Tagen nicht stundenlang mit langen Warteschlangen und kurzen Anspielzeiten plagen müssen. Durch die Business Area wird es der Presse ermöglicht die kommenden Titel ausgiebig zu testen und die Entwickler zu interviewen, wodurch meist ein klarer Ersteindruck entsteht.

Am Mittwoch wurde die gamescom auch endlich den Privatbesuchern zugänglich gemacht. Tausende Besucher strömten ab zehn Uhr in die Hallen und verteilten sich auf die zahlreichen Aussteller, um die Titel ihrer Wahl anzuspielen. Auch wenn dies meist mit einer oder mehreren Stunden Wartezeit verknüpft ist, hält dies die Menschenmassen jährlich nicht davon ab neue Besucherrekorde der Messe aufzustellen. Das Publikum ist breit gemischt, international und doch teilen sie sich alle die Begeisterung für Medien, insbesondere für das der Videospiele.

Eines der ersten Highlights des ersten offiziellen gamescom Tages war die Debatt(l)e Royale, eine Polit-Talkshow innerhalb des gamescom congress. Das Wortspiel des Namens bezieht sich dabei auf die momentan äußerst populären Battle Royal Spiele. Für die Diskussion waren fünf hochrangige Politiker angereist, um sich vor einem Publikum, das sich überwiegend aus Pressevertretern zusammensetzte, den Fragen der Moderatoren und Community zu stellen. Zu den Politikern zählten neben Nicole Beer (FDP) auch Lars Klingbeil (SPD) und Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), die Generealsekretäre, bzw. Sekretärinnen ihrer jeweiligen Partei. Auch der Bundesgeschäftsführer der Linken, Jörg Schindler, war zu Gast, ebenso wie der politische Bundesgeschäftsführer von Bündnis 90/ Die Grünen, Michael Kellner. Die AfD war auf der Debatt(l)e Royale nicht anwesend.

Inhalte der politischen Debatte wurde neben dem allgemeinen Thema der Digitalisierung auch die Anerkennung von eSport, dem elektronischen kompetitiven Sport und die Förderung deutscher Entwicklungsstudios thematisiert. Klingsbeil sprach sich insbesondere für die Unterstützung der kleinen Entwickler aus und auch Schindler sah die Förderung des Mediums der Videospiele als wichtig an. Alle Politiker gingen damit konform, dass Videospiele ein vollwertiges Kulturgut seien und als ein solches anerkannt werden sollten. Auch die Thematik der verfassungsfeindlichen Symboliken in Videospielen wurde behandelt. Kurz vor Beginn der gamescom gab die USK (Prüfstelle Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) bekannt, dass Videospiele in Ausnahmefällen Symbole wie Hakenkreuze oder SS-Runen benutzen dürfen. Dies rührte daher, dass Videospiele nicht offiziell als Kunst galten und bis vor Kurzem diese Symboliken nicht darstellen durften, wie es beispielsweise der Film tut. Auf die Frage, was die Politiker von diesem Schritt halten, war man sich grundsätzlich über die Richtigkeit der Entscheidung einig, vorausgesetzt es geschieht im richtigen Kontext.

Die Moderatoren Lisa Sophie Laurent, YouTuberin, und Peter Smits, besser bekannt als Let’s Player PietSmiet, stellten den Politikern dabei auch Fragen aus der gamescom Community, die zuvor aufgezeichnet wurden.

Auch wenn die Politik-Diskussion überwiegend nur der Presse zugänglich gemacht wurde, konnten Außenstehende durch mehrere Livestreams alles mit verfolgen. Die Diskussion konte über Streaming-Portale wie waipu.tv, twitch.tv und auch auf rocketbeans.tv verfolgt werden. Das diesjährige Programm des Gamescom TV, in dem ausschließlich Themen der gamescom behandelt werden, wurde von dem sympathischen Team von Rocketbeans TV übernommen. Die Frauen und Männer des Online-Fernsehsenders machten sich früher mit der Fernsehsendung «Game One» einen Namen auf MTV und VIVA. Heute gelten sie als Pioniere der deutschen Berichterstattung über Videospiele und sind mit einem stark angewachsenen Team auf den YouTube- und twitch-Kanälen Rocketbeans TV unterwegs (siehe hier).

Lesen Sie auf der zweiten Seite: Was war von den Rocket Beans geboten?

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Es gibt 1 Kommentar zum Artikel
sebmeier
30.08.2018 10:49 Uhr 1
Toller Bericht von euch. Finde es schön dass ihr jetzt auch über solche Sachen berichtet. Vielleicht macht ihr ja auch mal was über die E3.

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