Nach «Vier gegen die Bank» begeben sich die beiden Kassenmagneten Til Schweiger und Matthias Schweighöfer in «Hot Dog» ein weiteres Mal gemeinsam vor die Kamera.
Sollte sich Torsten Künstlers Actionkomödie hierzulande als Kassengift erweisen, wäre dieser Flop durchaus hausgemacht. Dies liegt in erster Linie daran, dass «Hot Dog» in jeglicher Hinsicht als Komödie vermarktet wird – und auf dieser Ebene deutlich schwächer funktioniert, denn als Actionkrimi. Als ein solcher sieht es nämlich direkt ganz anders aus. Wenngleich der Film inhaltlich durchaus als etwas anspruchsvollerer «Tatort» durchgehen könnte, verhilft die technische Aufmachung «Hot Dog» zu Leinwandausmaß. Stunts, Explosionen und Schießereien können sich nicht zuletzt deshalb sehen lassen, weil ein Großteil von ihnen handgemacht ist. Wenn in «Hot Dog» ein Gebäude in die Luft fliegt oder ein Flugzeug vom Himmel geschossen wird, dann rummst das so ordentlich, wie es keine noch so aufwendige Computeranimation hinbekommen hätte (wenngleich hier und da dennoch mit CGI nachgeholfen wurde, das aber nur bedingt stört). Auch der Kriminalfall als solches – eine klassische Entführungsgeschichte, die dahinter noch weitaus größere Dimensionen offenbart – bietet solide Unterhaltung.
Leider verkauft das Marketing «Hot Dog» allerdings vorwiegend über das Genre der Komödie – und hier müssen im Anbetracht des Endergebnisses leider diverse Abstriche gemacht werden. Obwohl das konzeptuelle Grundgerüst für einen Großteil der Gags – nämlich das dysfunktionale Verhältnis zwischen dem spießigen Genie Theo und dem unsensiblen Draufgänger Luke – funktioniert, hält das Drehbuch leider diverse Pointen für sie bereit, die nur bedingt lustig sind. Auf eine wirklich gute folgen drei, die im Nichts verpuffen; für eine Comedy ist ein solcher Schnitt ziemlich schwach. Auch die Spannbreite dessen, was in «Hot Dog» für einen schnellen Gag herhalten muss, ist enorm. Alles unterhalb der Gürtellinie funktioniert kaum (Stichwort: Kuh), selbst wenn es handlungsintern Sinn macht. Nehmen sich die beiden Hauptdarsteller indes hier und da selbst auf die Schippe («Vier gegen die Bank» lässt grüßen!), können die Macher dagegen richtig punkten. Darüber hinaus beschleicht uns der Verdacht, «Hot Dog» beraube sich selbst großen Komikpotenzials, indem Matthias Schweighöfer («Der Nanny») und Til Schweiger («Tschiller: Off Duty») erneut auf Abwandlungen ihrer Paraderollen besetzt wurden.
Leider tragen beide Figuren inhaltlichen Ballast mit sich herum, der den Film zwischenzeitlich ausbremst. Die klischeehafte Backstory rund um den geschiedenen Luke, der durch die explosiven Ereignisse (natürlich) zu dem findet, was ihm am meisten bedeutet, ist ebenso überflüssig, wie die permanente Betonung, Theo – der in der Eröffnungssequenz eigentlich noch als brillantes geistiges Genie mit fotografischem Gedächtnis etabliert wird und daraufhin im Laufe des Films immer trotteliger wird – sei ein Muttersöhnchen ohne jegliche Kenntnis von Frauen und Sex. Diese sehr konträre Zeichnung aus Frauenaufreißer-Macho und Jungfrau („Nicht das Sternzeichen!“) schmuggeln sich zeitweise altbackene Witze über Gendervorurteile in den Film, die glücklicherweise zum Großteil von der Schauspielerin Anne Schäfer («Add a Friend») aufgewogen werden können, die „als Frau in einem Männerberuf“ immer wieder stellvertretend für ihr Geschlecht die Ellenbogen ausfährt. Mit einer subtilen Gleichberechtigungsbotschaft hat das nichts zu tun; in einem schwächeren Drehbuch wäre eine Machofigur wie Luke jedoch bis zuletzt mit seiner Aufreißerattitüde davongekommen. 

• Add a Friend • Berlin Falling • Conni & Co. 2 • Der Nanny • Honig im Kopf • Hot Dog • New Mutants • Off Duty • SMS für Dich • Tatort • Tschiller • Tschiller: Off Duty • Vaterfreuden • Verrückt nach Fixi • Vier gegen die Bank • X-Men • X-Men: New Mutants
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Es gibt 1 Kommentar zum Artikel
16.01.2018 12:51 Uhr 1
Das ist einfach dummdreist überhebliches Melken von Deutschem Kinopublikum, dass sowieso nichts mehr merkt...