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«Comedy Central presents»: Der frische Wind in der Standup-Szene

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Was eine diverse Auswahl an Comedians und ein charmanter Drehort ausmachen können: Comedy Central hat mit «Comedy Central presents» ein sehr vielversprechendes Format in petto.

Bei Comedy Central ist man auf den Geschmack gekommen: Der kleine, humorzentrische Fernsehsender setzt vereinzelt wieder auf Eigenproduktionen. Und die nähere Zukunft der Comedy-Central-Exklusivsendungen sieht aus qualitativer Sicht rosig aus: Ab Mitte März stehen bei dem Privatsender unter dem Label «Comedy Central presents» sogleich zwei Formate auf dem Programmplan, die sich der deutschen Standup-Szene auf erfrischende Weise nähern. Mit «Comedy Central presents: Standup 3.000» zeigt der Sender eine neue Spielweise des Konzepts solcher Standup-Formate wie «Night Wash» und «Quatsch Comedy Club». Darüber hinaus zeigt der Kanal aus dem Hause Viacom unter «Comedy Central presents» 30-minütige Solo-Standups.

Quotenmeter.de war bei der Aufzeichnung von jeweils zwei Ausgaben mit dabei – und kann Comedy Central nicht genug für die Auswahl der Location gratulieren. Die «Comedy Central presents»-Sendungen werden im Alten Pfandhaus in Köln aufgezeichnet, was ihnen ein in der deutschen TV-Comedyszene einmaliges Flair verleiht. Der enge, maximal 220 Plätze aufweisende Veranstaltungssaal im Alten Pfandhaus ist sozusagen ein uriges Mini-Stadion: Das Publikum sitzt in drei Reihen im Halbrund und kesselt die Comedians in Greifweite ein. Dadurch entsteht eine intimere Atmosphäre – die Comedians treten (wortwörtlich) auf Augenhöhe mit dem Publikum auf und bekommen unmittelbare, unverfälschte Reaktionen der Zuschauerinnen und Zuschauer zu spüren.

Das Ergebnis: Selbst wenn die Komiker bereits bestens erprobte Gags zum Besten geben, ändert sich subtil die Erzählhaltung. Der Duktus ist kollegialer, die Pointen kommen so anders als beim üblichen "Von der Bühne herab"-Aufbau – was den «Comedy Central presents»-Soloauftritten und «Standup 3000» ein kleines, aber sehr feines Alleinstellungsmerkmal verleiht. Und zumindest bei den von Quotenmeter.de besuchten Aufzeichnungen mündete der markante Aufbau der Spielstätte zudem in mehrere spontane, kurze Interaktionen zwischen Comedians und Publikum, die dem Showablauf eine sehr charmante Unberechenbarkeit zu verleihen wusste.

Hoffentlich finden diese Abweichungen vom standardisierten Ablauf der Standup-Monologe wenigstens teilweise ihren Weg in die fertig geschnittene Fernsehsendung, denn die unaffektierte, anheimelnde Stimmung, die im Alten Pfandhaus nahezu zwangsweise entsteht, ist ganz klar ein Trumpf im Ärmel von Comedy Central. Eine Liveausstrahlung ab Staffel zwei wäre wohl leider zu viel verlangt – selbst wenn sich Comedian Maxi Gstettenbauer, der bei «Standup 3000» als Gastgeber fungiert, im Alten Pfandhaus zweifelohne als flexibler Moderator empfohlen hat: Mit Spontaneität und selbstironischem Umgang auf kleinere Pannen oder den Erwartungen widersprechenden Publikumsreaktionen ließ Gstettenbauer den rund vierstündigen Aufzeichnungsmarathon wie im Flug vergehen.

Doch auch die Zusammenstellung der Comedians in den jeweiligen «Standup 3000»-Ausgaben fällt positiv ins Auge – und macht ganz nebenher deutlich, wie sich die Unterhaltungslandschaft weiterentwickelt hat, seit der «Quatsch Comedy Club» die Standup-Routine nach Deutschland holte. Einst reihte sich "Bio-Deutscher" an "Bio-Deutscher", in manchen Ausgaben wagte sich eine "Bio-Deutsche", diese Parade durcheinanderzubringen. Und irgendwann kam dann die Multikulti-Comedy auf, die aber auch als solche ganz klar in ihre eigene Schublade gesteckt und als Ausnahme dargestellt wurde.

Bei «Comedy Central presents: Standup 3000» wird dagegen mit einer vorbildlichen Selbstverständlichkeit Diversität geboten: Wenn Gstettenbauer drei Comedy-Talente ins Rund bittet und ihnen ein Überthema vorgibt, wird eine Vielzahl an Perspektiven auf das Leben geliefert. So treten in der Ausgabe "Alltagsprobleme" Benaissa Lamroubal, Salim Samatou und Felix Lobrecht auf, in der Ausgabe über Familienstress greifen Tamika Campbell, Bastian Bielendorfer und Tutty Tran zum Mikrofon. Weitere Gäste in der vierteiligen ersten Staffel sind Ingmar Stadelmann, Der Storb, Osan Yaran, Alain Frei, Jacqueline Feldmann sowie Hany Siam. Einschalten lohnt sich für Freunde recht unverbrauchter Standup-Comedy also. Los geht es mit der Produktion aus dem Hause Endemol Shine Germany am 18. März, ab dann zeigt Comedy Central immer sonntags um 22.30 Uhr erst eine Folge «Standup 3000», im Anschluss geht es mit einem «Comedy Central presents»-Soloauftritt weiter.

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