Film des Monats: In «Fast & Furious 8» begibt sich die unkonventionellste Elitetruppe der Welt in den Kampf gegen einen neuen Gegenspieler.
Wer nach sieben Teilen «Fast & Furious» noch immer daran festhält, die Action in diesem Filmuniversum müsse den physikalischen Gesetzen entsprechen, dem verpasst F. Gary Gray direkt mit seiner Prolog-Sequenz einen ziemlich absurden Denkzettel. In dieser liefert sich Vin Diesel ein spektakuläres Straßenrennen in einer absolut schrottreifen Karosse, die er mit ein paar Bastler-Handgriffen aufmotzt und anschließend brennend und rückwärts (!) doch irgendwie noch als erster über die Ziellinie fährt. Damit legt der Regisseur sofort den Kurs fest: Wer glaubte, die Actionreihe hätte mit aus Flugzeugen rollenden Autos, einer von Hochhaus zu Hochhaus springenden Nobelkarosse und einem von Vehikeln auf der Landebahn gehaltenen Jet bereits all ihr hanebüchenes Stunt-Potenzial verspielt, den belehrt der vielfach preisgekrönte Filmemacher eines Besseren. In «Fast & Furious 8» werden Dutzende von teuren Luxusschlitten zu einer ferngesteuerten Einheit, es kommt zur spektakulärsten Knast-Prügelei seit «The Raid 2» und wer dachte, dass sich Feuer und Eis gegenseitig ausschließen müssen, der bekommt mit dem rund dreißigminütigen (!) Schlussakt das Gegenteil präsentiert.
Mit seinen 130 Minuten liefert der Film dann auch direkt von allem extra viel. Hier dauert eine Verfolgungsjagd keine fünf sondern eben fünfzehn Minuten. Für den Zuschauer ist das nur von Vorteil, denn seine Stärken hat «Fast & Furious 8» erwartungsgemäß in sämtlichen Momenten, in denen sich die Figuren nicht über tiefschürfende Themen unterhalten müssen. Hier kann es mitunter auch richtig anstrengend werden. Vor allem die Interaktion zwischen der von Charlize Theron elegant-kühl verkörperten Cyber-Terroristin Cipher und dem Team-Anführer Dominic Toretto zieht sich bisweilen ziemlich in die Länge. Das liegt nicht zuletzt daran, dass man Theron trotz ihrer berauschenden Leistung in «Mad Max: Fury Road» hier lediglich als stille Kommandogeberin und Turbo-Hackerin agieren lässt; zur Waffe greifen lässt man die toughe Blondine dagegen kaum. Die von ihr fast ausschließlich mit Dom geführten Dialoge drehen sich darüber hinaus ziemlich oft im Kreis, da die Beweggründe hinter Doms „Abwerben“ von Seiten Ciphers sehr früh ersichtlich sind und nicht permanent einer erneuten Betonung bedürften. 
Wer sich in die Hände der «Fast & Furious»-Crew begibt, muss damit rechnen, dass zu den Gegnern auch ein riesiges Atom-U-Boot gehört.
Die «Fast & Furious»-Reihe hat schon immer einen ganz eigenen Menschentyp vertreten – die Crew rund um Dom, Letty und Co. ist eine Ansammlung PS-geiler Poser und hat damit noch nie hinterm Berg gehalten. Entsprechend oberflächlich gestalteten sich die ersten Filme der Reihe und entsprechend aufgesetzt wirkte das Bemühen darum, in späteren Filmen den klischeehaften Familien-Gedanke in den Fokus zu rücken. In «Fast & Furious 8» ein Trinkspiel zu spielen, wann immer das Thema „Familie“ auf den Tisch kommt, ist zwar nach wie vor keine gute Idee, doch langsam aber sicher finden die Macher eine Balance zwischen absolut überdrehtem Posertum (für das Vin Diesel quasi im Alleingang sorgt), sich selbst nicht ernst nehmender Buddy-Comedy und echtem Zusammengehörigkeitsgefühl. Für letzteres sind nicht zuletzt auch die immer enger zusammen wachsenden Darsteller zuständig, von denen nicht nur alle Bekannten wieder mit an Bord sind, sondern auch einige Neu- und Wieder-Zugänge. 

• Central Intelligence • Die Rückkehr des Xander Cage • Fast & Furious • Fast & Furious 7 • Fast & Furious 8 • Fury Road • Mad Max • Mad Max: Fury Road • Next Level Miami • Ride Along • Ride Along: Next Level Miami • Spy • Straight Outta Compton • Suicide Squad • The Raid 2 • Verbo
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