Vermischtes

Ist «Code Black» das neue «Grey's Anatomy»?

  |  3 Kommentare

Wie stark unterscheiden sich «Code Black» und «Grey's Anatomy»?

Leben und Sterben in Los Angeles County


Wer glaubt «Code Black» wäre eine ähnliche Krankenhaus-Serie wie «Grey’s Anatomy» der irrt. «Code Black» ist die Fortsetzung der Geschichten, die mit «Emergency Room» begannen und den brutalen Alltag einer Notaufnahme zum Thema haben. Gleich in der ersten Staffel von Code Black wird dem Zuschauer der reale Ausnahmezustand im Angels Memorial Hospital geschildert, der immer dann gegeben ist wenn die Zahl der eingelieferten Schwerverletzten die Kapazität der Erstversorgung zusammenbrechen lässt. Ein Zustand, der im Los Angeles County fast täglich eintritt.

Chaos im Angel Memorial Hospital


«Code Black» basiert auf dem Dokumentarfilm der Amerikaners Ryan McGarry, der den hektischen Arbeitsalltag im L.A. County Hospital zeigt. Jeder Zuschauer würde an der Glaubwürdigkeit von Code Black zweifeln, wäre da nicht diese Dokumentation. Trotz der in Deutschland nur mäßigen Einschaltquoten gehört die Serie zu den erfolgreichsten medizinischen Dramen. «Scrubs» war lustig, «ER» und «Grey's Anatomy» waren gut, «Dr. House» abgehoben - bei «Code Black» ist alles ein wenig härter, blutiger und brutaler. In der gänzlich überfüllten Notaufnahme kämpfen immer mehr Menschen um ihr Leben. In diesem Inferno treten vier junge Assistenzärzte ihren Dienst an und werden gleich ins kalte Wasser geworfen. Schon nach kurzer Zeit sehen die anfangs makellos weißen Kittel aus, als hätte man sie mit Blut überschüttet.

Genretypische Klischees


Natürlich kommt die Serie um genretypische Klischees nicht herum. Da ist die souveräne Oberärztin Dr. Rorish, gespielt von Oscar-Preisträgerin Marcia Gay Hayden, die zwar sehr streng ist, aber immer noch Zeit für ein paar menschliche Worte findet. Führer durch dieses Chaos ist jedoch der Pfleger Jesse Salander (Luis Guzman), aus irgendeinem Grund Mama genannt, eine Schnellredner bei dem Genie und Wahnsinn zusammenpassen. Und bei Unterbesetzung, sprich «Code Black» erhöht sich das Arbeitstempo noch einmal.

Die vier neuen Hilfskräfte kommen frisch von der Uni, vom Aussehen her könnten aber genauso gut als Models arbeiten. Trotz aller Klischees ist «Code Black» beeindruckend authentisch. Zu den Patienten gehören viele mit Schussverletzungen, Drogenabhängige, Menschen mit kollabierten Lungen und anderen mysteriösen Verletzungen. Kein Wunder, dass Kaiserschnitte schon mal im Rettungswagen durchgeführt werden.

Auch die Assistenzärzte in «Grey's Anatomy» spüren die Versagensängste und stellen sich den medizinischen Herausforderungen. Ähnlich wie am Seattle Grace Hospital gibt es Konkurrenzkämpfe, Skandale und Liebesaffären. Bevor man anderen das Leben rettet muss man erst mit dem eigenen Leben klarkommen. Viele schaffen das nur mit einem Fläschchen des Beruhigungsmittels Tavor.

Schnelle Schnitte und effektive Licht


«Code Black» begeistert mit schnellen Schnitten und speziellen Beleuchtungstricks. Alles sieht lebendig und authentisch aus. Allerdings könnten die Dialoge auch aus «Grey's Anatomy» stammen. Insofern unterscheiden sich die Serien wenig. In Anbetracht der 12 Staffeln «Grey’s Anatomy» sind ähnliche Handlungsstränge und gleichartige Notfälle vorherzusehen und wahrscheinlich unvermeidlich. Nur das bei «Code Black» die Wirklichkeit eine Spur brutaler und authentischer ist. Statt sich wie bei «Grey's Anatomy» um das Liebesleben der schönen Ärzte zu kümmern, verfolgt «Code Black» den Alltag in der Notaufnahme. Arztserien sind im Allgemeinen sehr beliebt. Die von CBS produzierte Serie wurde am 30. September 2015 zum ersten Mal ausgestrahlt. Das Zuschauerinteresse war bei «Code Black» anfangs eher verhalten, stieg gegen Ende der Staffel aber an. 2016 wurde «Code Black» auf dem Monte Carlo TV-Festival als bestes Drama nominiert.

Kurz-URL: qmde.de/86397
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Es gibt 3 Kommentare zum Artikel
Sentinel2003
23.06.2016 10:53 Uhr 1
Ich bin nach wie vor großer Fan von Grey, Code Black interssiert mich Null.
profizocker
23.06.2016 14:07 Uhr 2
Wer lesen kann, ist klar im Vorteil....
medical_fan
26.06.2016 17:27 Uhr 3
Ich finde Code Black gut(zusammen mit Chicago Med).

Mit House Scrubs Greys Anatomy oder wie die alle heißen konnte/kann ich kaum was anfangen... Ich fand sie nicht gut...

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