Mit scharfer Kritik gegenüber seiner eigenen Show gibt es für Angus T. Jones vermutlich keine Zukunft mehr bei «Two and a Half Men». Aber hält das Format – nach Charlie Sheen – noch einen weiteren Hauptdarsteller-Abgang aus?
Da war es nur noch einer. „Dreck“ und Verblödungsfernsehen sei die Show, an der er selbst mitwirke – so urteilte Schauspieler Angus T. Jones über «Two and a Half Men» in der vergangenen Woche. Dass er als Jake in die Serie zurückkehren wird, ist nach der Eskapade äußerst unwahrscheinlich. Wohl erst recht, nachdem er seine Aussagen nur einen Tag später komplett revidierte – ohne jegliche Begründung für den plötzlichen Sinneswandel und damit bar jeder Glaubwürdigkeit.
Interessanter aber ist eine Zukunft von «Two and a Half Men» abseits des „halben Mannes“ Jake, der zehn Jahre und Staffeln lang der kindlich-jugendliche Anker der Serie war. Vom kongenialen Trio Charlie-Alan-Jake wäre nur noch der schmarotzende, selbstmitleidsvolle Alan da, sollte Jones wirklich die Serie verlassen (müssen). Aber wer ist Alan ohne seinen Sohn und ohne seinen Bruder? Eine Figur, die komplett reduziert ist auf ihre charakterlichen Defizite; eine Figur ohne jegliche Tiefe, ohne Hintergrund und schlicht nur als personifizierter Lachmoment. Dies erkennt man in Teilen schon seit dem Ersatz von Walden Schmidt durch Charlie Harper.
Mit Jakes Abgang würde noch ein weiterer Teil des Charakters Alan Harper sterben – und ihn letztlich wohl auch unglaubwürdig sowie überflüssig für die gesamte Serie machen. Und damit auch die anderen Figuren, die noch zum „alten“ «Two and a Half Men» gehören. Die serienimmanente Kontinuität wäre dann so nachhaltig gestört, dass die Macher nicht einmal mehr ansatzweise glaubwürdige Storybögen entwickeln können – so wie sie es derzeit noch bei Walden und seiner Flamme Zoey versucht wird. Denn wer könnte eine solche Sitcom noch ernst nehmen? Natürlich geht es um die Kontinuität nicht vorrangig – schließlich wäre wohl verschmerzbar, wenn das ohnehin bereits sehr oberflächliche «Half Men» noch oberflächlicher wird. Und doch: Ohne einen Funken fortlaufender, plausibler Handlungen oder halbwegs glaubwürdig entwickelter Charaktere kann eine Sitcom nicht funktionieren. Durch Jakes Abgang wäre dieser Funken vermutlich erloschen.
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