«Abgehört» mit Julian Krafftzig

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Vom Süden wieder in die Heimat nach Hamburg. Ex-BigFM-Moderator Julian Krafftzig ist derzeit am Abend und am Wochenende bei Radio Hamburg zu hören. Wie es ihm in seiner alten Heimat ergeht und ob er den Süden vermisst, verrät er im Interview.



Julian Krafftzig, du bist umgezogen: Vom Süden nach Hamburg - sozusagen an die Küste. Was war die größte Umstellung?

Für mich war es eher eine Umstellung als Norddeutscher 2002 für vier Jahre nach Stuttgart zu ziehen, aber ich bereue keine Sekunde. Neidlos muss man anerkennen, dass das Wetter „unten“ einfach besser ist und der Kartoffelsalat um einiges leckerer…



Es war eine sehr schöne Zeit im Süden, in der ich viel gelernt habe und ausprobieren durfte. Als krönenden Abschluss in Baden Württemberg wurde mir noch der Landesmedien-Award 2007 der LFK in der Kategorie „Information“ mit auf meine Reise nach Hamburg gegeben – das war ein ganz besonderes Highlight für mich.



Wo wir bei Umstellungen sind: Wie schwer fiel diese - bei BigFM haben Sie ja hauptsächlich sehr junges Publikum angesprochen.

Ich habe die Hörer zum Beispiel vier Jahre lang geduzt, zwei Jahre in meiner Morningshow bei ENERGY Region Stuttgart und zwei Jahre bei bigFM am Vormittag – und auch die ersten Wochen bei Radio Hamburg habe ich gerne mal geduzt, statt gesiezt. Ansonsten war die Umstellung zum Glück nicht so schwierig, denn ich habe bei Radio Hamburg im Jahre 2000 mein Volontariat gemacht – daher wusste ich, was auf mich zukommen wird.



Wieso bist du überhaupt weggegangen von BigFM?

Als Norddeutscher habe ich mir eigentlich eine Zeit von zwei Jahren in Süddeutschland eingeräumt, woraus dann vier wurden. Durch das Angebot von Radio Hamburg konnte ich wieder in die Heimat zurückkehren (Hamburger sind sehr in ihre Stadt verliebt…)



Kommt dir deine neue Arbeitszeit mehr entgegen? Ganz so früh musst du ja unter der Woche nicht mehr aufstehen.

Ich moderiere bei Radio Hamburg samstags die Morningshow von 06.00 Uhr bis 10.00 Uhr, weshalb mir das frühe Aufstehen zumindest einen Tag erhalten geblieben ist. Ansonsten sende ich in der Woche vormittags, nachmittags oder abends – jede Woche eine neue (Aufsteh-)Welt…



Bei BigFM gab es sehr viel Kontakt mit der Hörercommunity - fehlt dir das jetzt bei Radio Hamburg?

Zum Glück wurde in Hamburg auch das E-Mailen eingeführt und auch ein Telefon haben wir im Studio, weshalb ich immer noch sehr gerne und oft mit Hörern in Kontakt trete. Auch bei Radio Hamburg gibt es sehr viele Stammhörer, die ein Art „Community“ bilden.



Ich habe aber für die treuen Hörer von bigFM extra eine eigene E-Mail-Adresse eingerichtet – und was mich besonders daran freut, ist, dass sich sogar nach fast einem Jahr immer noch viele Hörer melden!



Musikalisch hebt sich dein neuer Sender aber schon ziemlich von den üblichen Mainstreamsendern ab. Über welchen Musiktitel bist du denn derzeit besonders froh? (Was hörst du im eigenen Programm besonders gern)

Auch wenn ich dafür von manchen meiner männlichen Kollegen geächtet werde: Ich mag die Covernummer „That´s what friends are for“ von Traincha – besonders auf Lautstärke 10 während der Sendung im Studio – Gänsehaut!



Ansonsten mag ich derzeit noch „Ruby“ von den Kaiserchiefs und Fergie mit „Big girls don´t cry“.



Am liebsten kommt mir aber immer noch handgemachte Gitarren-Rock-Musik in meinen Gehörgang.



Hast du ein Vorbild in Sachen Radiomoderation?

Wen ich sehr verehrt und bewundert habe war Ray Cokes mit „Most wanted“ bei MTV Anfang der 90er. Diese natürliche, chaotische und spontane Art war einizgartig.

Cokes war zwar beim Fernsehen, aber ich denke, als werdender Radiomoderator konnte man sich da ebenfalls ne Menge von abschneiden.



Ebenfalls in mein kleines Herz geschlossen habe ich Harald Schmidt, Christian Ulmen und Götz Alsmann (auch wenn er gerne über’s Radio ablästert).



Wie viel Freiraum hast du bei der Gestaltung deiner Moderation bei Radio Hamburg?

So viel ich will – so lange ich dafür dann vor meinem Chef gerade stehe und das Geschreie ertrage.



Das ist das Schöne bei Moderatoren: Immer wieder die Grenzen auszutesten und zu gucken, was geht. Ich bin außerdem ein Fan von Takes, die sich tragen und interessant sind – und bei denen sich 2’30 anfühlen wie 1’30 Minuten…



Wenn du jetzt Programmchef eines Senders in Deutschland wärst. Welche zwei Dinge würdest sofort einführen und welche zwei Dinge würdest du auf jeden Fall verbieten?

Verbieten: Wichtigtuer & Moderationen ohne Inhalt

Einführen: Mehr Talksendungen am Abend/in der Nacht & Freibier für alle



Vielen Dank für das Gespräch.

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