Von dramatischen Erkenntnissen über kurzweilige Gesellschaftssatire bis hin zu epochaler Unterhaltung und kunstvollem Grauen: Diese zehn Filme muss man laut der Quotenmeter.de-Kinoredaktion gesehen haben!
Nach seinem heiß diskutierten Regiedebüt «The Witch» legt Regisseur Robert Eggers mit «Der Leuchtturm» ordentlich nach: Erneut nähert er sich dem Horrorkino auf unkonventionelle Weise und versetzt uns in vergangene Zeiten, und ein weiteres Mal verquickt Eggers nachdenkliches Kunstkino mit langsam brodelnden Horrorelementen und einem faszinierenden, extrem atmosphärischen Dialogbuch. In berückendem sowie bedrückenden Schwarz-Weiß gefilmt und packend gespielt von Robert Pattinson und Willem Dafoe, ist vielschichtiges, wahnsinniges Kino für Filmliebhabende, die in rauschhaften Irrsinn abtauchen wollen.
Regisseur und Autor Quentin Tarantino erschafft mit seinem neunten und womöglich vorletzten Film einen "Abhängfilm", der uns einlädt, mit faszinierenden Persönlichkeiten durch ihren Alltag zu spazieren und mit ihnen durch das Los Angeles des Jahres 1969 zu kurven. «Once Upon a Time in Hollywood» ist zugleich eine gewitzte Liebeserklärung an Schauspiel-Underdogs: Tarantino lebt uns seine Passion für wenig beachtete, unterschätzte Projekte vor und zelebriert die Tatsache, dass auch vermeintliche Schauspiel-Leichtgewichte sehenswerte Arbeit vollbringen. Und obendrein ist dieser Film eine bittersüße Mär darüber, wie das Jahr, das Tarantinos Liebe zum Kino zementierte hätte aussehen können und sollen. Tolle Musik, stimmige Wechsel zwischen Witz, Dramatik und Spannung und ein bestens aufgelegter Cast, angeführt von Leonardo DiCaprio, Margot Robbie und Brad Pitt, machen «Once Upon a Time in Hollywood» zu einem wahren Muss.
Die Brüder Joe & Anthony Russo führen ihren Superhelden-Actionritt «Avengers | Infinity War» mit einem Popcorn-Epos fort, wie man es nie zuvor gesehen hat: Wir beginnen die Geschichte mit niedergeschlagenen, besiegten Heldinnen und Helden, die nicht weiter wissen. Wir sehen das große Figurenensemble, das von einem fantastischen Cast verkörpert wird, wie es höchst unterschiedlich mit seiner Niederlage umgeht. Und dann ackert sich «Avengers || Endgame» Schritt für Schritt hin zu einer konsequenten, fantastischen Lösung. Auf dem Weg dorthin gibt es ein clever konstruiertes Wiedersehen mit alten Bekannten aus dem Marvel Cinematic Universe, einen herrlich-seltsamen Heist und ein gigantisches Action-Finale. Ein Glanzstück des Mega-Budget-Blockbusterkinos.
Regisseurin und Autorin Lorene Scafaria lieferte mit «Hustlers» den klügsten, originellsten und besten Crime-Film des Jahres ab! «Hustlers» erzählt die unfassbare, doch wahre Geschichte einer Gruppe von Stripperinnen, die nach dem großen Finanzcrash der 2000er-Jahre das Recht auf gewiefte, dubiose, aber beeindruckende Weise selber in die Hand nehmen, und die Männer abzocken, die zuvor die Weltwirtschaft abgezockt haben. Mit einer starken Constance Wu in der Hauptrolle und einer atemberaubenden Jennifer Lopez als Co-Hauptdarstellerin, einer spannenden Erzählweise und scharfer Beobachtungsgabe setzt «Hustlers» im Gangsterkino eine unvergessliche Marke.
Platz 3: «Midsommar»
Urkomisch, perfekt ausstaffiert und eine begnadet gespielte Auseinandersetzung mit Genderrollen, sexueller Identität und Machtkämpfen: «The Killing of a Sacred Deer»-Regisseur Giorgos Lanthimos stürzt sich ins Genre des Kostümfilms und verleiht ihm den schnippischen, peppigen Dialogwitz eines «Girls Club». Das Ergebnis ist ungeheuerlich unterhaltsam, ein herrlicher Showcase für die zentralen Darstellerinnen Emma Stone, Rachel Weisz und Olivia Colman und eine gepfefferte Darstellung brutaler Ränkespiele im Adelssystem des frühen 18. Jahrhunderts – sowie unser Top-Film des Jahres 2019!