Soap-Check

«Lindenstraße»: Eine Sorge löst die andere ab

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Ein Jahr nach dem großen Jubiläum häufen sich die Quotensorgen der «Lindenstraße». Zwar hat man das zwischenzeitliche Zuschauertief hinter sich gelassen, jedoch stolpert die Soap neuerdings zu oft beim jungen Publikum.

Quotenübersicht «Lindenstraße» 2016

  • Reichweite 3+: 3,13 Mio. (3. Januar)
  • Marktanteil 3+: 10,7% (3. Januar)
  • Reichweite 14-49: 0,77 Mio. (14. Februar)
  • Marktanteil 14-49: 9,1% (3. April)
Die «Lindenstraße»  hat ein turbulentes Jahr hinter sich. Vor zwölf Monaten beging die sonntägliche Soap ihr 30-jähriges Bestehen mit einer Live-Ausgabe und dem Serien-Tod von Erich Schiller – diese Ausgabe war ein wahrlicher Zuschauermagnet. Schon lange hat es die «Lindenstraße» nicht mehr geschafft, über drei Millionen Zuschauer anzulocken. Und die Euphorie hielt noch lange an: für viele Wochen verzeichnete die in München spielende Produktion tolle Reichweiten in diesen Sphären – am 3. Januar 2016 stieg die Zuschauerzahl sogar nochmal auf 3,13 Millionen an – der bisher ungeschlagene Bestwert des Jahres. Für einen der großen, davor auch zunehmenden strauchelnden Dinosaurier der deutschen Fernsehlandschaft waren es goldene Zeiten.

Doch die Freude sollte nicht allzu lange währen. Denn die Seifenoper wurde kurz darauf vom Pech verfolgt: nachdem die «Lindenstraße» zwei Mal den Spielen der deutschen Handball-Nationalmannschaft weichen musste, konnten die Fans nur auf die Mediathek oder Einsfestival setzen. Erst nach einigen Protesten zeigte Das Erste die beiden ausstehenden Folgen im sonntäglichen Nachmittagsprogramm. Doch der Bruch leitete einen kontinuierlichen Abwärtstrend der Soap ein. Waren im Januar im Schnitt noch 2,97 Millionen Zuschauer mit von der Partie, kamen zur regulären Sendezeit im Folgemonat nur noch 2,78 Millionen zusammen. Zumindest bei den 14- bis 49-Jährigen durfte man sich nochmal über einen Jahres-Bestwert freuen: 0,77 Millionen Zuschauer sowie starke 7,1 Prozent Marktanteil standen am 14. Februar zu Buche. Bei der «Lindenstraße» war 2016 vor allem eines auffällig: während die Serie beim Gesamtpublikum kein einziges Mal mehr den Senderschnitt überbot, gelang ihr das in der jüngeren Zielgruppe auffallend oft – genauer gesagt während 73 Prozent aller Ausstrahlungen.

Aber trotz dieses kleinen Rekords kannte die «Lindenstraße»  nur noch eine Richtung: nach unten. Von März bis Mai fiel die durchschnittliche Zuschauerzahl im Monatsschnitt von 2,65 auf 2,09 Millionen. Und genau zu diesem Zeitpunkt kam dann auch noch die Fußball-Europameisterschaft ins Spiel, die die Reichweite der Soap im Juni auf 1,80 Millionen drückte. Tiefstwerte im Bereich von 1,18 Millionen sowie 3,2 Prozent Marktanteil darf man aufgrund der direkten Konkurrenz des deutsch-slowakischen Fußball-Duells nicht überbewerten, dennoch entbehrt es nicht einer gewissen Ironie, dass die «Lindenstraße» ausgerechnet am Ende dieses schwachen Monats um drei Jahre verlängert wurde.

Gute Nachrichten für alle Mitarbeiter, deren Jobs auf mittlere Sicht gesichert sind – und auch die Einschaltquoten erholten sich daraufhin wieder. Wobei das angesichts des Tals, in dem die «Lindenstraße» irrte, keine Zauberei war. Die Soap konsolidierte sich, stieg von Juli bis November von durchschnittlich 2,08 auf 2,45 Millionen Zuschauer und liegt im Dezember bisher bei 2,24 Millionen. Doch so sehr das nach einem leicht positiven Trend aussehen mag: im Vergleich mit den Vorjahres-Quoten muss man der Seifenoper erneut einen deutlichen Abwärtstrend bescheinigen. Im November 2015 schalteten im Schnitt immerhin noch 2,75 Millionen ein – 300.000 mehr als ein Jahr später. Außerdem ist eine ganz andere Entwicklung noch viel bedenklicher: der erwähnte Erfolg beim jungen Publikum schwindet zusehends. So mag die «Lindenstraße» bei den 14- bis 49-Jährigen im gesamten Jahr 2016 33 Mal über dem Senderschnitt gelegen haben, doch diese Ausgaben liegen mehrheitlich in den ersten drei Quartalen. Die Negativ-Fälle häuften sich zuletzt deutlich: seit Anfang Oktober gelang der Soap der Sprung über das Sendermittel nur noch in fünf von elf Fällen.

So mag die «Lindenstraße» zwar mittelfristig ihren Platz im Programm des Ersten behalten, doch der langfristige Abwärtstrend schreitet unaufhörlich voran. Vor allem die Entwicklung beim jungen Publikum muss man zusehends mit Sorge verfolgen. Denn wenn schon beim Gesamtpublikum keine Trendwende absehbar ist, darf man nicht auch noch sein letztes Steckenpferd verlieren.

Was sonst noch war:


2016 war das Jahr, in dem «Sturm der Liebe»  seine bis dato unangefochtene Marktführung am Nachmittag abgeben musste – und zwar an das ZDF und «Bares für Rares» . Der Quotentrend zeigte in diesem Jahr deutlich nach unten und gegenüber DWDL.de bestätigte Produzentin Bea Schmidt nun, dass man dieser Entwicklung entgegenwirken möchte. Man werde die Dramaturgie der langfristigen Storylines verändern und emotionale sowie heitere Geschichten stärken. Dabei werden man aber am tragenden Pfeiler der Telenovela nicht rütteln: „Romantik und Humor“ bleiben für «Sturm der Liebe» zentral.

Es gibt ein neues Gesicht am «GZSZ»-Set: Vera Hübner wird Eva, die Ex-Freundin von Handwerker Paul spielen. Erst vor kurzem war Paul Wiedemann (Niklas Osterloh) auf der Suche nach Veränderung von Lübeck nach Berlin gezogen. Vera Hübner dürfte dem ein oder anderen «Unter uns»-Fan noch ein Begriff sein: 2007 schlüpfte sie kurz in die Rolle der Michaela Haake.

«Köln 50667»  stand zuletzt etwas im Schatten der ausgiebig zelebrierten Hochzeit bei «Berlin - Tag & Nacht» . Doch gestern feierte die Reality-Soap bei RTL II ein ganz besonderes Jubiläum: die 1000. Folge ging über den Äther. Seit dem 7. Januar 2013 spinnen sich die Geschichten rund um die Kölner – und ein Ende ist im Moment nicht in Sicht.

Werbegesicht und «Traumschiff»-Bordarzt Nick Wilder gesellte sich zuletzt drei Tage lang zum Cast der ARD-Soap «Rote Rosen» . Er wird in der Telenovela in die Rolle des Reederei-Angestellten Johnny schlüpfen und mit Sandra anbandeln – die ahnt aber nicht, dass er in Wahrheit der reiche Reeder Johann Feddersen ist. Aller Voraussicht nach wird Nick Wilder im März 2017 auf den Fernsehbildschirmen zu sehen sein.

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