Quotenmeter.de hat einen ersten Blick auf die zweite Staffel der VOX-Erfolgsserie werfen dürfen. Darin droht sich für den «Club der roten Bänder» alles zu verändern – inhaltlich und qualitativ.
Hugo ist endlich aus dem Koma erwacht, nicht all zu lang davor ist allerdings Schönling und Kodderschnauze Alex (Timur Bartels) verstorben – nicht bevor er seinen Freunden das Versprechen abgerungen hat, dass sie sein nicht gelebtes Leben untereinander aufteilen und an seiner Stelle auskosten. Die zwei Club-Anführer Leo und Jonas (Tim Oliver Schultz und Damian Hardung) sind derweil dank ihrer neuen Beinprothesen wieder „gut zu Fuß“, allerdings kommen sie mit dieser Errungenschaft unterschiedlich klar, womit sich Unfrieden zwischen ihnen breit macht. Und die aus dem Krankenhaus entlassene Emma (Luise Befort) befindet sich quasi zwischen den Stühlen: Während ihre Mutter sie dazu drängt, sich endlich durchweg gut zu ernähren und dahinter zu klemmen, wieder voll ins Leben zurückzufinden, verbringt die schlanke Teenagerin ihre Zeit viel lieber bei ihren Freunden im Hospital …
Handwerklich geht alles den gewohnten, lobenswerten Gang – was wohl auch daran liegt, dass die Crew förmlich durch die Bank weg beibehalten wurde. Gut ausgeleuchtet, mit leuchtenden Farben und akzentuierten Schatten. Die Darsteller werden so in Szene gesetzt, dass ihr Zusammenspiel wirksam rüberkommt und der Schnitt lässt die pointierten Dialoge wirklichkeitsnah ausplätschern. Und dennoch paddelt der «Club der roten Bänder» angestrengt um sein erzählerisches Überleben: Die Staffelpremiere hat noch immer mit der Trauer um Alex zu tun, mit der Freude über Hugos Erwachen, mit den Diskussionen rund um Emmas Liebes- und Lebensentscheidungen, darüber hinaus gibt es große Sorgen um den älteren Patienten Benito (Matthias Brenner) und dann noch gibt’s genügend Aufs und Abs zwischen Leo und Jonas, dass dieser Plotstrang allein zwei Folgen füllen könnte. Und dann muss noch Alex‘ neue Funktion im Club eingeführt werden …
All zu viel Unmut muss sich daher unter Fans aber nicht breit machen. Wir erinnern uns zurück: Auch Staffel eins hatte kleine, alsbald überkommene Anlaufschwierigkeiten. Ähnlich scheint es in Runde zwei abzulaufen: Schon Folge zwei und drei der neuen Season ziehen qualitativ am schwachen Neustart vorbei. Vor allem Ivo Kortlangs Toni gibt den Episoden in seiner neuen Position als Hugos freiwilliger Dauerbetreuer viel Humor und Herz mit, zudem kristallisiert sich nach dem Chaos der Staffelpremiere ein grundlegendes, alle Hauptfiguren einendes Thema heraus: Die Frage danach, wie sehr man an Freundschaften festhalten soll und muss, wenn das Leben jedem einzelnen unterschiedliche Pfade eröffnet. Dies bringt eine größere Anspannung mit sich, die die Club-Dynamik prägt, der das eingespielte Ensemble jedoch mit sprühendem Charme entgegenwirkt, so dass die Serie ihre bittersüße Tonalität beibehält. 

• Club der roten Bänder • Der Club der roten Bänder • Polseres vermelles
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