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Rudi Cerne: ,Ohne Vorurteile, aber mit kritischem Blick‘

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So möchte Rudi Cerne (55) für das ZDF von den olympischen Spielen in Sotschi berichten. Vor der Eröffnungsfeier sprach der Sportmoderator mit uns unter anderem über die Sicherheit vor Ort sowie die Zusammenarbeit mit der ARD.

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Das sind halt Zusatzangebote, die für die Fans ganz bestimmter Sportarten gedacht sind und dafür ist das Internet perfekt. Wir grenzen keinen aus, viele Menschen schaffen es ja auch, den Fernseher anzuhaben und nebenher den PC laufen zu lassen
Rudi Cerne zu den Internetstreams
Das Konzept von ARD und ZDF sieht es wieder vor, neben den Ausstrahlungen im TV vor allem über Internetstreams zu senden. Grenzt man damit nicht Interessenten aus, die Olympia gerne auf dem Sofa genießen würden?
Nein, das finde ich nicht. Es wird ja nicht weniger im Fernsehen gesendet. Die Internetstreams sind ein Zusatzangebot zu unseren TV-Ausstrahlungen, die von morgens bis abends alles Wichtige bei Olympia aufgreifen und zeigen werden. Nils Kaben, ein Kollege von mir, hat in London 2012 via Internet ausführlich übers Segeln berichtet. Das sind halt Zusatzangebote, die für die Fans ganz bestimmter Sportarten gedacht sind und dafür ist das Internet perfekt. Wir grenzen keinen aus, viele Menschen schaffen es ja auch, den Fernseher anzuhaben und nebenher den PC laufen zu lassen.

Was können Sie den Nutzern versprechen, die 2012 Kritik in Richtung Qualität der Streams äußerten?
Wie bei allen neuen Errungenschaften ist der Start mitunter schwierig, vor allem, wenn es um eine neue technische Entwicklung geht. Das sind die Dinge, die vorher nicht geprobt werden können und auf Anhieb nicht ohne Reibung funktionieren. Die Probleme werden dann aber auch behoben – und so wird das bei den Streams auch sein.

Von der EM 2012 berichtete das ZDF noch sehr prunkvoll von Usedom. Dieses Jahr teilen Sie sich ein Studio mit dem Ersten. Wurden da Konsequenzen gezogen?
Bei Olympia haben wir ja traditionell immer ein gemeinsames Studio, das sich lediglich durch einige Dekorationselemente unterscheidet. Ich kann es nur sagen, wie ich es sehe: Immer wieder zu sparen und trotzdem nicht die Qualität aus den Augen zu verlieren, ist eine Schwierigkeit, bei der der goldene Mittelweg gefunden werden muss. Ich denke, dass das ZDF zu einer guten Lösung gekommen ist und der Schulterschluss mit der ARD gut laufen wird – schließlich habe ich früher selbst für Das Erste gearbeitet. Sie müssen bedenken: Es gibt kaum ein Zeitfenster, zu dem wir nicht über Olympia berichten, das Programm ist voll. Darum wollen wir die Sportfans in unserem Land rund um die Uhr gut bedienen.

Herr Cerne, lassen Sie uns kurz noch über «Aktenzeichen XY» sprechen. Das große Thema war 2013 der Fall um Madeleine McCann, deren Eltern in Ihrer Sendung waren. Wie haben Sie die McCanns selbst erlebt?
Ich habe die Eltern - vor allen Dingen Gerry McCann – sehr aufgeräumt und souverän erlebt. Ich hatte die Eltern schon vorab zu einem Gespräch in London getroffen, um einen ersten Kontakt herzustellen. Trotzdem war die Verzweiflung der Eltern - insbesondere bei der Mutter - spürbar gewesen. Es ist unvorstellbar, dass diese Menschen tagtäglich mit keinem anderen Gedanken zu Bett gehen und die ständige Hoffnung auf eine positive Nachricht in sich tragen. Hinzukommt, dass die McCanns noch zwei andere Kinder haben, die sie nicht vernachlässigen wollen. Aber diese Ungewissheit muss eben furchtbar zermürbend sein.

Ich sehe es genauso: Dass man nichts unversucht lassen darf, solange es einen Funken Hoffnung gibt.
Rudi Cerne zur Suche nach Madeleine McCann
Hand aufs Herz: Wie optimistisch waren sie, als Scotland Yard sie bat, den Fall in «XY» zu behandeln?
Gerry McCann sagt: ,Solange es keine Beweise gibt, dass unsere Tochter tot ist, suchen wir weiter‘. Ich sehe es genauso: Dass man nichts unversucht lassen darf, solange es einen Funken Hoffnung gibt. Und ich erinnere an den Fall der Lolita Brieger. Als er bei «Aktenzeichen XY» aufgearbeitet wurde, lag er 29 Jahre zurück. Durch den Hinweis eines Mitwissers konnte der Fall dann tatsächlich gelöst werden. Lolitas Eltern haben uns später ihren Dank ausrichten lassen. Sie haben nun ein Grab, an dem sie trauern und mit dem Schicksal ihrer Tochter abschließen können.

RTL versuchte sich Ende letzten Jahres an einem «XY»-Ableger namens «Augenzeugen gesucht» – der Erfolg blieb aber aus. Haben Sie die Sendung gesehen?
Ich habe das im Vorfeld mitbekommen, und es schmeichelt uns natürlich, wenn andere Sender am XY-Erfolg teilhaben wollen. Aber es gibt ja z.B. auch Fahndungsformate im MDR mit «Kripo live» oder im RBB. Dennoch ist „Aktenzeichen“ das Original, wir wissen, welche Strukturen man dafür braucht und dass man die sehr hart erarbeiten muss. Die Zuschauer wissen, dass «XY» seriös ist und Hand in Hand mit der Polizei arbeitet.

Herr Cerne, um die letzte Frage kommen Sie nicht herum: Wird Deutschland 2014 Fußball-Weltmeister?
Die Gruppe G mit den USA, Ghana, Portugal ist nicht zu unterschätzen, aber machbar. Unsere Mannschaft ist heiß und hungrig, unsere Jungs spielen einen wirklich tollen Fußball. Ich glaube die packen das, jetzt ist es soweit!

Das wollen wir doch sehr hoffen! Herr Cerne, vielen Dank für Ihre Einschätzungen und viel Erfolg in Sotschi!

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